Muri

Kläranlage Muri mit «Wassermedaille» für Energieeffizienz geehrt

Filippo Lombardi (Ständeratspräsident, links) und Martin Würsten (Präsident Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute) übergeben Paul Strebel (Klärmeister Muri) die Auszeichnung. zvg

Filippo Lombardi (Ständeratspräsident, links) und Martin Würsten (Präsident Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute) übergeben Paul Strebel (Klärmeister Muri) die Auszeichnung. zvg

Als eine von 24 Anlagen in der Schweiz erhält die Kläranlage im Klosterdorf die Auszeichnung «Médaille d’eau» für effiziente und umweltfreundliche Energienutzung. Ausgezeichnet wurden die Murianer insbesondere für die Wärmeproduktion aus Abwasser.

Der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) und Energie Schweiz für Infrastrukturanlagen prämieren alle fünf Jahre energieeffiziente Kläranlagen mit der Auszeichnung «Médaille d’eau». Anlässlich der VSA-Tagung vom 28. Februar durften 24 Kläranlagen die Auszeichnung in Anwesenheit von Bundesrätin Doris Leuthard entgegen nehmen.

Auch die Kläranlage Muri erhielt eine Urkunde von VSA-Präsident Martin Würsten und vom Präsidenten von Infrawatt, Ständeratspräsident Filippo Lombardi. Die beiden übergaben die Auszeichnung «Medaille d’eau» an Paul Strebel, den Klärwerkmeister der ARA Muri.

Muri bei energetisch besten ARAs

Die 24 Kläranlagen erfüllen hohe Kriterien an rationelle und umweltfreundliche Energienutzung. Basis für die Bewertung bildeten strenge Energiestandards von VSA/Energie Schweiz, welche nur mit der Realisierung einer Reihe von Massnahmen zur Energieoptimierung zu erreichen sind. Die ARA Muri erfüllt damit nicht nur die Reinigungsanforderungen, sondern gehört auch unter den 800 Kläranlagen zu den energetisch besten Anlagen in der Schweiz.

Auszeichnung für Fernwärme

Neben der Vergabe der Médaille d’eau wurden an der Tagung auch eine Reihe von besonders innovativen Projekten von Kläranlagen im Energiebereich vorgestellt. Auch die Murianer Kläranlage wurde für ihr Fernwärmenetz, welches durch die Energie Freiamt AG (EFA) betrieben wird, als vorbildlich gelobt.

In Muri wird aus dem gereinigten Abwasser Wärme für mehrere dezentrale Heizzentralen entnommen, wodurch Schulhäuser und Einfamilienhäuser mit Wärme versorgt werden. VSA-Präsident Martin Würsten lobte die Freiämter: «Dieser Leistungsausweis der ARA Muri ist beachtlich und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in den Gemeinden.»

Potenzial zum Energiesparen

Die Energiepotenziale der Kläranlagen in der Schweiz sind laut einer VSA-Mitteilung dennoch beträchtlich. Eine Expertise des Bundesamts für Umwelt (BAFU) kommt zum Schluss, dass die Stromproduktion aus Klärgas nochmals beinahe verdoppelt und der Strombedarf um ein Viertel gesenkt werden könnte.

Damit liessen sich laut VSA die Stromkosten der Kläranlagen in der Schweiz bei einem Strompreis von 20 Rp./kWh pro Jahr um 40 Millionen Franken senken. Über die gesamte Lebensdauer einer Kläranlage würde die einer Reduktion von 800 Millionen Franken entsprechen.

Der VSA hält fest: «Selbst mit der Realisierung der geplanten Massnahmen gegen die Mikroverunreinigung lässt sich der Strombezug der Kläranlagen in der Schweiz beinahe halbieren.»

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