Chriesiland Freiamt

Kirschen unter Netzen: Freiamt macht dem Fricktal Konkurrenz

Stefan Frey freut sich an seiner niederstämmigen Kirschenkultur. ES

Stefan Frey freut sich an seiner niederstämmigen Kirschenkultur. ES

Fricktal ist Chriesiland. Aber das Freiamt wird es langsam auch: In Muri haben Stefan und Anita Frey eine Anlage mit 540 Kirschbäumen auf 80 Aren aufgebaut.

Auf dem Hof von Freys wurden schon immer Kirschbäume gepflegt. «Bei Hochstammbäumen ist das Risiko einer eingeschränkten Ernte durch Witterungseinflüsse aber hoch», sagt Stefan Frey. Dank neuen Unterlagen können nun auch Niederstammbäume für die Kirschenproduktion gepflanzt werden, was den Witterungsschutz möglich macht.

Deshalb haben sich Stefan und Anita Frey entschlossen, 2008 eine entsprechende neue Kirschbaumanlage zu erstellen, welche die Produktion auf dem Hof mit Ackerbau, 30 Milchkühen und 200 Hochstammobstbäumen gut ergänzt. Der Vollertrag wird rund 8 Tonnen jährlich sein.

Konkurrenz fürs Fricktal

«Der Markt für Kirschen ist relativ gut und im Freiamt haben wir geeignete Böden. Die Bäume wachsen deutlich stärker als im Fricktal mit flachgründigen, trockenen Böden. Dies hat natürlich nicht nur Vorteile, führt aber dazu, dass eher weniger Düngemittel eingesetzt werden müssen.»

Unter Hagel- und Vogelschutznetzen reifen sechs Sorten Kirschen heran. Seit 2011 ist auch eine Regenfolie im Gebrauch. «Damit können wir die Kirschen sehr gut vor den Vögeln und den Witterungseinflüssen schützen und einen konstanten Ernteertrag erzielen», erklärt Frey. 50 Prozent des Ertrages vermarkten Freys direkt ab Hof, 50 Prozent gehen in den Grosshandel.

Fleisige Helfer

Erstmals eingesetzthat der Kirschenproduzent dieses Jahr Hummeln als Bestäubungshelfer. Im Gegensatz zu Bienen fliegen die Hummeln bereits ab 4 Grad, was angesichts des nasskalten Frühsommers von besonderer Bedeutung war.

Trotzdem müssen die Kirschenproduzenten mit massiven Ertragseinbussen rechnen: «Wir gehen von 50 Prozent des Sollertrages aus», sagt Frey und zeigt Bäume, welche ihre Früchte aufgrund des Wetterstresses teilweise abgestossen haben.

Abgesehen davon ist die Ernte fast zwei Wochen verspätet. «Ein erheblicher Teil fällt so in die Ferienzeit, was für den Absatz auch nicht förderlich ist. Da gesamtschweizerisch witterungsbedingt aber ebenfalls nur mit einer mittelmässigen Ernte gerechnet wird, sollte der Markt trotzdem im Gleichgewicht bleiben», zeigt er sich optimistisch.

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