Bremgarten
Kirchenvandale wollte Kirche in Bremgarten anzünden

Fünf abgesägte Köpfe beim Chorstuhl in Beinwil, acht Nägel in einem Heiligenbild und ein versuchter Brandanschlag in Bremgarten – das sind die zwei neuesten Fälle, die aufs Konto des Kirchenvandalen gehen.

Fabian Hägler
Merken
Drucken
Teilen
Bremgarten: Acht Nägel wurden in das Michaels- Bild geschlagen – und der Täter wollte Feuer legen.

Bremgarten: Acht Nägel wurden in das Michaels- Bild geschlagen – und der Täter wollte Feuer legen.

mzm

Der 44-jährige Italiener, der in den Kirchen von Auw, Boswil, Bünzen, Müswangen LU, Muri, Oberrüti und Sins diverse Figuren und Bilder beschädigt hat, verübte offenbar mindestens zwei weitere Vandalenakte.

In Bremgarten, wo der Vandale beim Michaelsaltar in der Pfarrkirche acht Nägel in ein Bild schlug und versuchte, Feuer zu legen, ist nicht klar, wann der Anschlag stattfand. Adrian Belser, in der Kirchenpflege zuständig für Liegenschaften, sagt: «Offenbar hat der Verdächtige die Tat in einem Verhör gestanden». Bemerkt hat die Schäden niemand, laut Belser sind die Nägel im Bild «kaum sichtbar, wenn man nicht sehr nahe davorsteht». Gestern hat die Polizei den Tatort untersucht, heute kommt eine Restauratorin vorbei, um sich die Schäden anzusehen.

Fragen zu den Fällen in Beinwil und Bremgarten will die Aargauer Oberstaatsanwaltschaft nicht beantworten. Der leitende Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht teilte lediglich mit, «dass sich die beschuldigte Person in Untersuchungshaft befindet und derzeit intensiv zur Sache und zum Beweggrund befragt wird.»

Chorstuhl beschädigt

Auch in der St.-Burkardskapelle in Beinwil wurde der Chorstuhl aus dem 16. Jahrhundert ein Opfer des Vandalen. «Die Sitzknäufe mit Köpfen (Totenschädel, Affe, Türke, Wilder Mann und Mönch) wurden abgesägt und verbrannt, sodass der Urzustand nicht mehr hergestellt werden kann», teilt das Beinwiler Pfarramt mit.

Wann der Vandale zugeschlagen hat, ist offen. «Am letzten Freitag hat ein Kind in der Schülermesse bemerkt, dass die Köpfe beim Chorstuhl fehlen», sagt Pfarreisekretärin Rösli Trottmann. Der Schaden wird auf mehrere 10 000 Franken geschätzt. Fachleute müssen abklären, wie und wann eine Reparatur des vierplätzigen Chorstuhls aus Eichenholz erfolgen soll.