Wohlen
Kirchengeschichten aus 500 Jahren: Für eine Orgel und Musik ging es bis nach Paris

Die Pfarrei St. Leonhard wird 500 Jahre alt. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres gibt es in der Pfarrkirche viel Spannendes zu hören.

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In die Wohler Pfarrkirche wurde vor über 200 Jahren auch Frondienst investiert.

In die Wohler Pfarrkirche wurde vor über 200 Jahren auch Frondienst investiert.

Christian Breitschmid

Wer hätte gedacht, dass die Wohlerinnen und Wohler vor über 200 Jahren unzählige Frondienst-Stunden geleistet haben, um ihre neue Kirche zu bauen, dass sie trotz eingeschränkter finanzieller Mittel den damaligen Star-Architekten unter den Kirchenbauern verpflichten konnten und für sie die Orgel und die Musik so wichtig waren, dass sie sogar eine Delegation nach Paris schickten, um sich zu orientieren?

Wer weiss, dass die heutigen Deckengemälde eines Wohler Künstlers über 80 Jahre nicht mehr zu sehen waren und in der Kirche sogar verschlüsselte Botschaften angebracht sind und deshalb bis heute einige Rätsel ungelöst scheinen?

Vor 500 Jahren hat es lange und zähe Verhandlungen gebraucht, bis Wohlen überhaupt eine eigene Pfarrei werden durfte. Jetzt kann diese einen runden Geburtstag feiern und startet am Freitag, 9. März, 19 Uhr in der katholischen Kirche Wohlen mit einem ersten Anlass in ihr Jubiläumsjahr.

Hansueli Brunner, der Hauptorganist der Wohler Kirche, wird all die verschiedenen Geschichten und Anekdoten, die Daniel Güntert erzählt, auf der Orgel mit Kompositionen aus fünf Jahrhunderten untermalen.

Unter anderem mit der berühmten Toccata von Charles-Marie Widor, die bereits 1972 der französische Organist Gaston Litaize zur Einweihung der heutigen Orgel spielte. Der Anlass ist öffentlich, alle an der Kirchengeschichte interessierten Leute sind willkommen. (az)