Bremgarten

Kirchenbrand vor 30 Jahren: «Das Städtchen stand tagelang unter Schock»

Hugo Huwyler (links) und Heinz Koch mit Teilen der Fotoausstellung zum Kirchenbrand, die morgen Samstag besichtigt werden kann; die Glocke in der Bildmitte ist das einzige Überbleibsel des einstigen beim Brand zerstörten achtstimmigen Glockengeläuts.sl

Hugo Huwyler (links) und Heinz Koch mit Teilen der Fotoausstellung zum Kirchenbrand, die morgen Samstag besichtigt werden kann; die Glocke in der Bildmitte ist das einzige Überbleibsel des einstigen beim Brand zerstörten achtstimmigen Glockengeläuts.sl

Heinz Koch und Hugo Huwyler wecken mit einer Ausstellung Erinnerungen an den Kirchenbrand im Jahr 1984. Damals brannte die Stadtkirche nieder. Zu sehen gibt es mehrere Dutzend Fotos, die eindrücklich den Schaden von damals zeigen.

Am 28. März 1984, vor genau 30 Jahren, brannte die katholische Stadtkirche bis auf die Grundmauern nieder. Die Brandkatastrophe vor drei Jahrzehnten bewog die Bremgarter Heinz Koch (79) und Hugo Huwyler (81), die beide über fast unerschöpfliche Kenntnisse des Reussstädtchens und des Bremgarter Kirchenbezirks in der Unterstadt verfügen, eine Fotoausstellung in Kombination mit einem Rundgang durch die Stadtkirche auszurichten. Der einstündige Anlass, der allen Interessierten offen steht, beginnt am Samstag, 29. März, um 16 Uhr bei der Stadtkirche.

Mehrere Leute evakuiert

Im «Elisabethenstübli» des Organistenhauses unweit der Kirche bereiteten Heinz Koch und Hugo Huwyler die Ausstellung vor. Die mehreren Dutzend eindrücklichen Fotodokumente über die Brandkatastrophe werden sie am Samstag im Freien bei der Stabkirche präsentieren, zusammen mit einer Fülle an detaillierten Informationen zur Ursache des Brands, über dessen rasante Ausbreitung und unerwartete Entwicklung, über nachfolgende Gerichtsentscheide, den Wiederaufbau der Stadtkirche und die beträchtlichen Kosten.

Sowohl Huwyler als auch Koch eilten am Brandtag in den Kirchenbezirk. Sie erlebten an jenem Mittwoch 1984 die nahezu aussichtslosen Löschbemühungen der Feuerwehrleute und bekamen die Evakuierung von Personen umliegender Häuser mit, da man befürchtete, dass der Spitzhelm des Kirchentrums auf ein Wohngebäude donnern könnte, was dann glücklicherweise nicht passierte.

Menschen kamen nicht zu Schaden, bei Nachbarhäusern barsten wegen der enormen Hitze lediglich ein paar Glasscheiben. Die Umgebung und selbst die mehrere Hundert Meter entfernte Marktgasse des Reussstädtchen waren von Asche bedeckt, die von den hölzernen Trümmerteilen des Gotteshauses stammte.

Das grosse, lange Aufräumen

«Danach befand sich ganz Bremgarten mehrere Tage in einem Schockzustand», geben Koch und Huwyler zu verstehen. Die Aufräum- und Sicherungsarbeiten dauerten rund zwei Monate. Ingenieur Alfred Hämmerli aus Wettingen koordinierte diese Arbeiten, wobei der Abtransport der grossen Schuttberge sorgfältig abgewickelt werden musste, damit die Wandmalereien der Kirche und die erhalten gebliebenen Mauerteile nicht noch mehr beschädigt wurden.

Zum Zeitpunkt der Brandkatastrophe befand sich die Stadtkirche Bremgarten in Renovation. Kostbare Teile der Innenausstattung, so der Hochaltar, die Kanzel, das Chorgestühl oder das Wandtäfer waren ausgelagert und fielen den Flammen daher nicht zum Opfer. Das achtstimmige Glockengeläut hingegen, darunter die aus dem Jahr 1397 stammende und somit älteste Kirchenglocke im Kanton Aargau, wurde fast komplett zerstört. Einziges Überbleibsel des einstigen Geläuts ist die Verkündigungsglocke. Diese Glocke, die diverse Brandspuren aufweist, ist, versehen mit einer Inschrift, bei der Kirche als Monument platziert.

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