Kirche
Sag’s mit einer Postkarte: Pastoralraum Bremgarten-Reusstal und Mutschellen verschickt 10'000 Kartengrüsse

Für einmal ist es keine Rechnung, die die Mitglieder der katholischen Kirche in ihrer Post finden. Alle rund 10'000 Gläubigen im Reusstal und auf dem Mutschellen erhalten dieser Tage eine Karte als Dankeschön für ihre Treue.

Nathalie Wolgensinger
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Lucia Gregori und Helene Langenegger sind Teil des Postkarten-Teams, das sich für die gute Sache ablichten liess.

Lucia Gregori und Helene Langenegger sind Teil des Postkarten-Teams, das sich für die gute Sache ablichten liess.

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«Wir wollen den Menschen Danke sagen, dass sie mit den Kirchensteuern die sozialen Aufgaben der Kirche unterstützen», erzählt Claudio Gabriel, Seelosorger des Pastoralraums Bremgarten-Reusstal. Von da an war es nicht mehr weit zur Postkarte mit dem Dankeschön drauf. Diese erhalten alle 10'000 Mitglieder der beiden katholischen Pastoralräume Bremgarten-Reusstal und Mutschellen nächste Woche zugestellt.

Es sollte nicht irgendeine Postkarte sein. Nein, sie soll die Gläubigen zum Nachdenken anregen. So lautete die anspruchsvolle Affiche. Seelsorger Garbiel kommentiert:

«Wir wollen damit auf all das Gute aufmerksam machen, das die Kirche Jahr für Jahr leistet.»

Wer könnte das besser, als die Mitglieder der Kirchgemeinde? Schnell fanden sich 13 Menschen, die sich bereit erklärten, als Postkartensujet für die gute Sache zu werben. Die Gläubigen liessen sich nicht nur ablichten für den guten Zweck, sondern erzählen, weshalb für sie die Kirche wichtig im Leben ist. Und diese Gründe sind so verschieden, wie es die Menschen sind.

Sie wollen das Gute am Glauben wieder in den Vordergrund rücken

Für Marietta und Mike Meier mit ihren Kindern Zora und Jaro bedeutet die Kirche ein Leben mit christlichen Werten. Diese Werte geben sie ihren Kindern mit auf den Lebensweg. Marietta Meier arbeitet als Sakristanin in Oberlunkhofen. Sie beobachtet:

«Wenn Menschen in Krisen geraten, merken sie, dass es nicht reicht, nur an sich selber zu glauben.»
Marietta Meier ist Sakristanin in Oberlunkhofen. Sie will gemeinsam mit ihrer Familie in Erinnerung rufen, wie viel Gutes die Kirche bewirkt.

Marietta Meier ist Sakristanin in Oberlunkhofen. Sie will gemeinsam mit ihrer Familie in Erinnerung rufen, wie viel Gutes die Kirche bewirkt.

zvg

Dass die Gläubigen im sonntäglichen Gottesdienst immer weniger werden, registriert die Sakristanin Sonntag für Sonntag. Regelmässig aber treffe sie Gläubige ausserhalb des Gottesdienstes in der Kirche an. Gespräche mit diesen Leuten zeigen ihr auf, dass das Interesse am Glauben da ist. Sie sagt:

«Hier müssen wir ansetzen und den Menschen wieder in Erinnerung rufen, was die Kirche alles Gute bewirkt.»

Eine ähnliche Motivation nennt die 20-jährige Jacqueline Wick, die ebenfalls bei der Aktion mitmacht. Die junge Frau aus Bremgarten sagt: «Ich finde es schade, dass viele Gläubige den Austritt geben, um sich die Kirchensteuern zu sparen.» Mit der Karte, so die Studentin, gelinge es auf einfache Art und Weise, zu danken und den Menschen aufzuzeigen, wie vielseitig und sinnvoll die Kirchensteuer verwendet werde.

Jacqueline Wick aus Bremgarten will aufzeigen, wie vielseitig die Kirche hilft und beisteht.

Jacqueline Wick aus Bremgarten will aufzeigen, wie vielseitig die Kirche hilft und beisteht.

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Sie wollen sich nicht beklagen, sondern aktiv werden

Auf der Rückseite der Postkarte bedankt sich das Team der beiden Pastoralräume für das Entrichten der Kirchensteuer. Seelsorger Claudio Gabriel sagt:

«Es wird immer wieder damit argumentiert, dass die Kirchensteuer nach Rom in die Kasse des Papstes fliesst. Das ist aber nicht der Fall.»

Auf der Karte wird auch auf die Verwendung des Geldes hingewiesen. Unter anderem geht die Unterstützung in die Diakonie, die Jugendarbeit, den Religionsunterricht und Angebote für Familien und Senioren.

Für Seelsorgerin Jessica Zemp ist Kirche Kultur und mehr, wie sie auf der Postkarte zitiert wird.

Für Seelsorgerin Jessica Zemp ist Kirche Kultur und mehr, wie sie auf der Postkarte zitiert wird.

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Aus diesem Grund liess sich die Mutscheller Seelsorgerin Jessica Zemp für die Aktion begeistern. «Wir können uns nicht nur immer beklagen, wir müssen etwas unternehmen», findet sie. Bei ihrer Arbeit beobachte sie, dass vielen Gläubigen nicht bewusst sei, wie umfangreich das Angebot der Kirche sei.

Auch Karin Koch Wick aus Bremgarten macht bei der Aktion mit. Die ehemalige Kirchenpflegepräsidentin und heutige Mitte-Grossrätin will auf das soziale Engagement der Kirche aufmerksam machen. Diese sei gerade in Zeiten der Pandemie wichtig und wertvoll, ist sie überzeugt.

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