Aufbruchstimmung statt Trübsal bei den Betreibern des Sinser Kinos Cinepol, obwohl das Kino in gut drei Jahren schliessen muss. Das Gebäude, in dem sich das Kino befindet, wird abgerissen. Die Landi Sins als Besitzerin wird das Areal der Genossenschaft Migros Luzern im Baurecht für einen Neubau zur Verfügung stellen.

«Wir haben bereits fünf mögliche neue Standorte für ein Nachfolgekino in der bekannten Grösse in der Abklärung», sagt Bruno Arnold, technischer Projektleiter und zusammen mit seiner Frau Jsabelle Kopf des Vereins Kultur an der Front, der das Cinepol betreibt. Genügend Zeit, ein neues Kino zu planen und zu realisieren, besteht auch. «Wir wussten schon lange, dass wir bis 2021 das Feld räumen müssen», hält er fest.

Kino hat sich etabliert

Das 2012 im alten Coop eingebaute und eröffnete Sinser Kino hat inzwischen drei Säle und ist etabliert. Der Standort Sins ist auch für das Nachfolgekino gesetzt. «Wir sind sehr gut erreichbar, wir haben unser Publikum gefunden, es würde nicht verstanden, wenn wir jetzt wegziehen würden», erklärt Arnold. Alle fünf ins Auge gefassten Standorte seien valabel. «Das Wichtigste ist eine gute Lösung der Parkplatzfrage, alles andere ist leicht zu realisieren.» Sogar noch besser als im heutigen Gebäude, wo sich die Kinobetreiber mit der vorgegebenen baulichen Situation weitgehend hatten arrangieren müssen. Hier schränkten unter anderem die Saalhöhen die Möglichkeiten ein. «Das wird an einem neuen Standort anders sein.» Aber auch dort sollen drei Säle entstehen, nicht unbedingt mit wesentlich mehr Sitzplätzen, aber höher, was eine steilere Bestuhlung und damit eine bessere Sicht auf die Leinwand ermöglicht. «Wir sind bereits am Planen», lacht Arnold, «und wir werden kreativ sein.»

Profitieren können die Kinobetreiber von den gemachten Erfahrungen. «Wir wissen bei der Realisierung an einem neuen Standort heute genau, was wir brauchen, wo wir welche Anschlüsse und Steckdosen benötigen», sagt Arnold. Ziel wird sein, den Kinobetrieb in drei Jahren möglichst nahtlos weiter zu führen. «Wir wollen dann hier beim ehemaligen Coop den Schlüssel drehen können und Tags darauf am neuen Standort den ersten Film laufen lassen.» Vieles aus dem bestehenden Kino – Projektoren, weitere technische Gerätschaften, die Hilfsmittel für die Administration – würden sich einfach zügeln lassen.

Neue Chancen

«Eigentlich sind wir ganz froh, dass der Wechsel im vorgesehenen Zeitfenster kommt. Wir müssten hier am alten Standort bald unter anderem in die Heizung und Lüftung investieren. Auch die Sitzbezüge wären nach rund zehn Jahren Benützung fällig für eine Erneuerung. Jetzt können wir dieses Geld in das neue Projekt investieren.» Überhaupt sieht der Verein Kultur an der Front durch die bevorstehenden Veränderungen neue Chancen. «Wir werden sich bietende neue Möglichkeiten ausnützen», unterstreicht Arnold, «im Kopf rotiert es schon.» Konkreter will er sich nicht äussern. «Aber bis Ende April werden wir bereits mit den wichtigsten Akteuren geredet haben.

Landkino hat Zukunft

Für die Kinobetreiber ist es ausser Frage, dass das Landkino eine Zukunft hat. «Wir sprechen ein anderes Publikum an als diejenigen, die die Center-Kinos aufsuchen», weiss Arnold, der auch in Stans und Sarnen mit seiner Bildhaus GmbH unter dem Namen Cinepark je ein Kino führt. Die Jungen würde es eher in die Center- oder Stadt-Säle ziehen, «weil dort für die Jungen der Bär tanzt». Ab 30 Jahren suche man andere Qualitäten wie leichte Erreichbarkeit und gute Parkierungsmöglichkeiten. Und möglicherweise auch andere Filme. «Mit unserer Wahl treffen wir die Interessen der Freiämter und der Leute einer weiten Region gut.» Das neu eröffnete «Pathé Mall of Switzerland» in Ebikon zum Beispiel habe bisher keine Auswirkungen auf die Publikumszahlen in Sins gehabt. Arnold sieht denn auch keinen Grund, etwas Grundsätzliches am Konzept des Cinepol zu ändern.