Die Rechnung 2017 des KESD (Kindes- und Erwachsenenschutzdienst) Bezirk Bremgarten weist eine Überschreitung des Budgets aus. Mit 3,316 Mio. Franken sind 128 000 Franken mehr ausgegeben worden als veranschlagt. Das ist eine Budgetüberschreitung von vier Prozent.

Damit war zu rechnen. Zum einen hatte die Institution auch im vergangenen Jahr noch mit den Auswirkungen des neuen Konzepts Umstellung (Übernahme der Dienstleistungen der liquidierten Jugend- und Familienberatung JFB) fertig zu werden.

Zum anderen galt es, den im Herbst 2016 bezogenen neuen Standort in Wohlen fertig einzurichten. Die Mehrkosten betreffen denn auch vor allem Kosten für temporäre Mandatsführungen wegen der anfänglich noch bestehenden personellen Vakanzen sowie Investitionen in die Anpassung der Infrastruktur an den höheren Personalbestand.

Betriebskosten sind gesunken

Schaut man die Rechnung näher an, wird aber rasch klar, dass der KESD die Betriebskosten im Griff hat. Der finanzielle Aufwand pro Mandant ist gegenüber dem Vorjahr um 4% gesunken und liegt jetzt bei durchschnittlich 3241 Franken pro Fall.

Auch die Stimmung ist gut, wie Präsident Bruno Breitschmid in seinem Jahresbericht festhält: «Der neue Standort bewährt sich sehr, die vertiefte und verbesserte Zusammenarbeit sämtlicher Mitarbeitenden ist eine positive Folge der Standortkonzentration», hält Breitschmid fest.

Es ist sein letzter Jahresbericht. An der Abgeordnetenversammlung vom 8. Mai wird er sein Amt abgeben. Designierter Nachfolger ist der Wohler Gemeindeammann Arsène Perroud. Die weiteren Vorstandsmitglieder Renato Sanvido (Villmergen), Gabriela Bereuter (Zufikon), Rosmarie Groux (Berikon) und Theo Rau (Bremgarten) stellen sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung.

Hohe Produktivität

Zufrieden ist mit der Stimmung im Team auch Geschäftsführer Ignaz Heim: «Nach mehreren Jahren mit vielen operativen Veränderungen und andauernder politischer Kontroversen um die Organisation des KESD im Bezirk war das Jahr 2017 von Stabilität und beständiger Leistungserbringung geprägt.»

Die Sachbearbeiterinnen und Berufsbeistände bildeten ein Team, dessen Kultur von gegenseitiger Unterstützung geprägt sei. Die Erhaltung der Würde und das Wohl der Klienten sowie die Durchsetzung derer Rechte stehe für alle im Mittelpunkt.

Die gute Atmosphäre ist offenbar leistungsfördernd: «Trotz Umzug in neue Räumlichkeiten und den damit verbundenen einmaligen Ausgaben, sind die Kosten pro Fall gegenüber dem Vorjahr um 4% gesunken und betragen 3240 Franken pro Mandant. Der KESD ist ein Dienstleister mit hoher Produktivität, der den Vergleich mit der Privatwirtschaft nicht scheuen muss und dabei seine Aufgaben auf hohem professionellem Niveau in einer grossen fachlichen Breite kompetent erbringt», gibt sich Heim selbstbewusst.

Mandate um 6 Prozent gestiegen

Effizienz ist auch nötig, denn dem KESD geht die Arbeit nicht aus. Die Fallzahlen sind mit 868 aktiven Mandaten per 31. Dezember 2017 um 6% gestiegen. Im Jahresverlauf wurden insgesamt 910 Mandate bearbeitet, davon 173 neu. 141 Mandate konnten unter dem Jahr abgeschlossen oder übertragen werden. Beim KESD sind – unter anderem – im vergangenen Jahr für 519 Klienten die Rechnungen geführt worden. Dazu waren rund 60 000 Buchungsvorgänge notwendig.

Man kann davon ausgehen, dass es der Institution auch im laufenden Jahr nicht an Arbeit fehlen wird.