Muri
Kindergärtler und Schüler feiern ihre neuen Räume

Das sanierte Schulhaus Badweiher und der erweiterte Kindergarten Wey wurden in Muri offiziell eingeweiht. «Wir sind überzeugt, mit dem Projekt optimale Rahmenbedingungen für ein gutes Lernklima geschaffen zu haben», so Architekt Dieter Jährling.

Martha Zurfluh
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Als ob er schon immer hier gestanden hätte Der neue Kindergarten fügt sich gut ins Landschaftsbild ein
12 Bilder
Architekt Dieter Jährling hält vor grossem Publikum Rückschau auf das Sanierungs- und Ausbauprojekt Badweiher 2
Das sanierte und ausgebaute Mittelstufenschulhaus Badweiher 2 erscheint in dezentem Blau mit teilweiser Holzverkleidung
Die offenen Schulzimmertüren zogen viele Besucher an, auch diese Mädchen liessen sich die Gelegenheit für eine Besichtigung der neuen Räumlichkeiten nicht entgehen
Das sanierte Schulhaus Badweiher und der erweiterte Kindergarten Wey wurden offiziell eingeweiht
Die Schüler boten witzige und raffinierte Showeinlagen
Ein Blick in den neuen Kindergarten, die Galerie dürfte der Renner sein bei den Kleinen
Ein origineller Wegweiser half dem weniger kundigen Publikum auf die Sprünge
Eine persönliche Führung durchs Klassenzimmer gab es bei der Klasse 5d von Nadine Waeny Simon (rechts) wusste viel zu berichten
Gemeindeammann Josef Etterlin beschloss den Rednerreigen
Yvonne Leuppi mit Bauleiter Hugo Binggeli, Hauswart Walter Villiger und Architekt Dieter Jährling (von links), denen sie für ihr grosses Engagement dankte
Yvonne Leuppi, Mittelstufenleiterin (am Rednerpult), führte durch das Festprogramm, die Kinder eröffneten die Feier mit dem „Badweiher-Boogie“

Als ob er schon immer hier gestanden hätte Der neue Kindergarten fügt sich gut ins Landschaftsbild ein

Martha Zurfluh

Die Schule Muri konnte zu Beginn des neuen Schuljahres gleich zwei Bauten planmässig in Betrieb nehmen. Während es sich beim Schulhaus Badweiher 2 um ein Sanierungs- beziehungsweise Ausbauprojekt handelte, wurde der gegenüberliegende Kindergarten Wey durch einen Neubau um einen weiteren dritten Teil ergänzt.

«Heute ist für uns ein Freudentag», sagte Yvonne Leuppi, Leiterin Mittelstufe der Schule Muri, strahlend. «Dass wir jetzt alle Dritt-, Viert- und Fünftklässler unter einem Dach unterrichten können, ist ein Glücksfall und hat erhebliche Vorteile.» Jede Stufe habe vier Abteilungen, die eng zusammenarbeiteten; insgesamt werden nun zwölf Abteilungen im Badweiher 2 geführt. Laut Leuppi wird voraussichtlich schon im Schuljahr 2013/14 eine fünfte Abteilung für die 3. Klasse notwendig. Rund 250 Schüler und 25 Lehrkräfte gehen aktuell im Schulhaus ein und aus.

Frische Farben

Sämtliche bestehenden Schulzimmer wurden saniert und das Inventar wo nötig ersetzt. Im neu aufgestockten zweiten Obergeschoss sind drei Klassenzimmer, ein Gruppenraum sowie eine grosszügige Aufenthaltshalle entstanden. Jedes Stockwerk ist in einem anderen Farbton gehalten: das Erdgeschoss in Hellblau, das erste Obergeschoss in Orange und das zweite in Gelb. Aussen ist das Gebäude in ein dezentes Blau getüncht.

«Wir sind überzeugt, mit dem Projekt optimale Rahmenbedingungen für ein gutes Lernklima geschaffen zu haben», erklärte Architekt Dieter Jährling bei der Präsentation. Man habe nichts Überschwängliches, jedoch etwas Zeitgemässes geschaffen. Das Schulhaus mit Baujahr 1972 hatte gemäss Jährling erhebliche Mängel aufgewiesen und bot, als Hauptgrund für die Sanierung, einfach nicht mehr genügend Platz.

«Die ‹Lismete› weitergestrickt»

Der ursprüngliche Kindergarten Wey stammt aus den 60er-Jahren, vor rund zwölf Jahren wurde er durch einen Anbau ergänzt. Nun erhielt er weiteren Raum für eine dritte Kindergartenabteilung. Wie schon der zweite, wurde auch der jetzige dritte Teil von Hegi Koch Kolb + Partner Architekten in Wohlen geplant. «Wir haben die ‹Lismete› jetzt einfach weitergestrickt», sagte Projektleiter Kurt Kolb. Es sei ja nichts Visionäres gefragt gewesen, sondern ein Neubau, der quasi das Bisherige fortführt. Aus einem philosophischen Blickwinkel betrachtet, sagte er: «Kultur ist, das weiterzumachen, was unsere Vorfahren begonnen haben.» Kolb freute sich am Resultat: «Trotz des knappen Budgets ist ein interessanter Bau entstanden.» Der neue Kindergarten Wey wird wie die beiden bisherigen altersgemischt in einer Abteilung mit Klein- und Grosskindergärtlern geführt.

Schülerzahlen steigen weiter

Gemeindeammann Josef Etterlin – als letzter Redner in der 87. Minute eingewechselt, wie er schalkhaft bemerkte – freute sich über das «sehr gelungene Resultat». Der Souverän hatte für das Projekt einen Gesamtkredit von sechs Millionen Franken gesprochen, wie Etterlin zurückblendete. Muri werde weiter wachsen, im Schnitt zwei bis drei Prozent, und damit weiteren Schulraum benötigen. Dass der Bezirkshauptort für Familien attraktiv sei und keine Schlafgemeinde, habe viele Vorteile. Einer davon ist für den Gemeindeammann das rege Vereinsleben mit über 140 aktiven Vereinen.

Mit dem Ausbau des Schulhauses Badweiher und dem neuen Kindergarten Wey hat die Gemeinde die Rahmenbedingungen für einen reibungslosen Schulbetrieb geschaffen. Das alleine mache aber noch keine gute Schule aus. Josef Etterlin: «Eine Schule ist immer nur so gut wie ihre Lehrer, egal, wie schön das Schulhaus auch ist.»