Wohlen

Keiner der Kandidaten fürs Friedensrichteramt erreichte das absolute Mehr

Collage: Margrit Hard, Isabelle Wipf und Andreas Hofmann

Collage: Margrit Hard, Isabelle Wipf und Andreas Hofmann

Gestern Sonntag konnte keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr von 3704 Stimmen für sich gewinnen. Die Einwohner der Gemeinden rund um Wohlen müssen im Februar 2020 nochmals abstimmen.

Am 9. Februar 2020 müssen die Einwohner der Gemeinden Büttikon, Dottikon, Fischbach-Göslikon, Hägglingen, Niederwil, Sarmenstorf, Tägerig, Uezwil, Villmergen und Wohlen nochmals abstimmen. Der Grund: Es muss ein Ersatz für den aus Altersgründen zurückgetretenen Friedensrichter Yves Polin gefunden werden. Gestern Sonntag konnte keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr von 3704 Stimmen für sich gewinnen. Von den insgesamt 7406 eingegangenen Voten stimmten 2780 Personen für Andreas Hofmann, Ingenieur aus Oberwil-Lieli, 2444 für die selbstständige Unternehmerin Margrit Hard aus Muri und 2125 Stimmen gingen für Isabelle Wipf ein, die ehemalige und langjährige Gerichtspräsidentin des Bezirksgerichts Bremgarten.

Andreas Hofmann, quasi der Gewinner des ersten Wahlgangs, sagt, er sei vom Resultat wahnsinnig überrascht: «Das habe ich nicht erwartet, bin aber sehr zufrieden damit.» Der 61-Jährige war als Dozent für Umweltmediation sowie als Stadtingenieur von Dietikon tätig. Er ist parteilos, erhält Unterstützung der CVP Bremgarten.

Isabelle Wipf überlegt sich erneute Kandidatur

Die zweitplatzierte 55-jährige Margrit Hard ist Vertreterin der SVP und als selbstständige Unternehmerin in verschiedenen Branchen, unter anderem im Mietwesen, tätig. Sie wird sich noch überlegen, ob sie zum zweiten Wahlgang antritt. Ihr Ziel als Friendsrichterin ist, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Sie sagt: «Ich will menschliche Lösungen ohne juristischen Hintergedanken finden.» Margrit Hard zeigt sich verwundert, dass Isabelle Wipf am wenigsten Stimmen bekommen hat. «Ich dachte, sie ist klar die Favoritin.» Hard und ihr Umfeld finden es jedoch «speziell», dass Wipf nach 26 Jahren als Gerichtspräsidentin pensioniert wird und sich danach noch als Kandidatin fürs Friedensrichteramt zur Verfügung stellt.

Dazu sagt Isabelle Wipf am Sonntag: «Ich finde das nicht speziell, ich habe mich frühpensionieren lassen und hatte schon immer vor, in einem kleinen Pensum weiter tätig zu sein.» Wipf wurde von der FDP fürs Friedensrichteramt nominiert. «Ich habe andere Resultate erwartet», sagt sie. «Ich werde mir in den nächsten Tagen überlegen, ob ich zum zweiten Wahlgang antrete.» Als Friedensrichterin sei sie geeignet, da sie durch ihre Berufs- und Lebenserfahrung grosses Talent im Verhandeln und Vermitteln habe.

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