Geltwil
Keine Trauerfeier zum Schulschluss der kleinsten Freiämter Schule

Die Schulschlussfeier war auch Schulschliessungsfeier und wurde ein gemütliches Beisammensein.

Eddy Schambron
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Spass und weiche Landung garantiert: Die Kinder genossen das Herumtollen.

Spass und weiche Landung garantiert: Die Kinder genossen das Herumtollen.

Eddy Schambron

Es war eine spezielle Schulschlussfeier in Geltwil, es war die letzte für immer. Die Gesamtschule wird wegen der zu geringen Anzahl Schülerinnen und Schüler geschlossen. «Wir wollen keine Trauerfeier», unterstrich Schulpflegepräsidentin Corinne Arnold. Vielmehr solle der Abschied nicht nur vom Schuljahr, sondern von der Schule «fröhlich und mit leuchtenden Augen geschehen».

Dafür gab es neben musikalischen Vorträgen der Kinder weitere Attraktionen: Bullriding für Gross und Klein, Spiele, Leckeres vom Grill und Gelati. Verabschiedet wurden 13 Schülerinnen und Schüler, die künftig die Schulen in Beinwil, Buttwil oder Muri besuchen werden – sie beziehungsweise ihre Eltern konnten das frei wählen.

Schulpflegepräsidentin Corinne Arnold (links) und Schulleiterin Manuela Mettler verabschiedeten die 13 Schülerinnen und Schüler mit einem Geschenk.

Schulpflegepräsidentin Corinne Arnold (links) und Schulleiterin Manuela Mettler verabschiedeten die 13 Schülerinnen und Schüler mit einem Geschenk.

Trotzdem aktiv

Zu geringe Schülerzahlen, steigende Kosten, aber auch Qualitätsprobleme und veränderte Lebenseinstellungen – Arnold rief kurz die Gründe in Erinnerung, welche zur Schliessung der Gesamtschule Geltwil führten. Ebenso erwähnte sie den jahrelangen Kampf um den Erhalt der Schule bis zuletzt, als der Versuch mit einer Privatschule von den Stimmberechtigten abgelehnt wurde. Verschiedentlich sei jetzt der Um- und Ausbau des Schulhauses vor fünf Jahren kritisiert worden.

«Man hat sich damals für den Umbau entschieden, und das war aus damaliger Sicht auch richtig so», stellte Arnold fest. «Das ist kein verschwendetes Geld gewesen.» Sie dankte allen, die sich im Laufe der Jahre für die Gesamtschule eingesetzt haben. «Ohne Euch hätte es diese kleine Schule nicht so lange gegeben.» Sie stellte fest, dass die Schliessung heute in der Bevölkerung akzeptiert werde. «Nur durch das Akzeptieren sind wir in der Lage, etwas Neues zu schaffen.» Die Gemeinde bleibe auch ohne eigene Schule ihrem Motto – «E Gmeind mit Läbä» – treu: Die Landfrauen seien aktiv, auf privater Basis würden ebenfalls kleine Veranstaltungen organisiert. «Wer Gemeinschaft will, findet hier eine interessante.»

Gemeindeammann Daniel Appert hielt sich lange auf dem Bullen.

Gemeindeammann Daniel Appert hielt sich lange auf dem Bullen.

Eddy Schambron

Vorteile sehen

«Um eine solche Ansprache reisst man sich nicht», meinte Gemeindeammann Daniel Appert. Man halte lieber eine Rede, wenn etwas neu gestartet wird. Aber es sei nun einmal eine Tatsache, dass die Schule nicht zu halten war. «Wir sind alle irgendwie daran beteiligt.» Aber auch ohne eigene Schule habe die Gemeinde eine Zukunft, zeigte er sich überzeugt. «Schätzen wir doch die Vorteile, die wir haben, und suchen nicht immer das, was wir nicht haben.»

Es gelte, das Positive in Erinnerung zu behalten und nicht zu vergessen, was falsch gelaufen ist, um daraus die entsprechenden Lehren zu ziehen. Glücklich zeigte er sich, dass für alle Schülerinnen und Schüler beste Anschlussmöglichkeiten gefunden werden konnten. Bezüglich Nutzung des Schulhauses ist noch keine Lösung in Sicht: «Es wird wohl eine gewisse Zeit leer stehen.»

Lehrkräfte verabschiedet

Schulleiterin Manuela Mettler musste eine ganze Reihe von Lehrkräften verabschieden, die teilweise länger, teilweise kürzer, beziehungsweise nur ein Jahr an der Schule unterrichtet haben. Schulpflegepräsidentin Corinne Arnold wiederum schickte die 13 Schülerinnen mit einem Geschenk in eine hoffentlich gute Zukunft und dankte auch der Schulleiterin. «Manuela Mettler hat sehr viel für diese Schule geleistet, wir haben ihr fachliches Wissen sehr geschätzt.» Anschliessend an die schlichte Feier ohne Tränen setzte man sich gemütlich zusammen.

Nach Geltwil gekommen waren ehemalige Schulpflegemitglieder, die langjährigen Lehrkräfte Martin und Elisabeth Geiger sowie Vertreter der Schulpflegen der umliegenden Gemeinden. Frühere Schülerinnen und Schüler, teilweise heute selber Eltern schulpflichtiger Kinder, warfen noch einmal einen Blick in das Schulzimmer und kramten Anekdoten aus ihrer Erinnerung. Die Namen langjährige Lehrkräfte, die die Schule Geltwil wesentlich geprägt haben, tauchten genauso wieder auf wie persönliche Erlebnisse.

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