In der Natur braucht alles seine Zeit. Das weiss niemand besser als diejenigen, die mitten in der Natur für die Natur arbeiten. Zum Beispiel die Angestellten der Stiftung Reusstal. Zwei Jahre hat Niklaus Peyer an der Ausstellung im Parterre des Zieglerhauses in Rottenschwil gearbeitet. Jetzt ist sie bereit, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. «Das definitive Datum steht noch nicht fest», gestand der Zuständige für Umweltbildung in der Stiftung gestern, nach einer ersten Führung durch die Ausstellung, «aber es wird sicher so um den Frühlingsanfang herum sein.»

Auf Entdeckungsreise gehen

Das erste Konzept für eine neue Dauerausstellung im Zieglerhaus wurde schon vor einigen Jahren entworfen. Auf diesen Plänen konnte Peyer bei seiner Arbeit aufbauen. Für die Umsetzung zeichnete das Atelier Herzog aus Solothurn verantwortlich. Entstanden ist dabei eine kleine, aber feine Schau all dessen, was das Naturschutzgebiet im unteren Reusstal auszeichnet: eine Ansammlung diverser Lebensräume von nationaler Bedeutung für unzählige Pflanzen und Tiere. 8 Auen, 26 Flachmoore, 3 Hochmoore, 73 Amphibien-Laichgebiete und 1 Wasser- und Zugvogelreservat bilden den Naturschatz, den die Stiftung Reusstal seit 1962 schützt, pflegt und für die Nachwelt erhält.

«Vor der Sanierung unseres Hauses war die Ausstellung einfach eine museale Präparatesammlung», sagt Peyer. «Mit der neuen Ausstellung wollen wir das Herz und Hirn der Leute ansprechen. Sie sollen selber auf Entdeckungsreise gehen. Wir wollen ihnen nicht alles einfach auf dem Serviertablett anbieten.» Die Entdeckungsreise im Zieglerhaus führt an schön gestalteten Schaufenstern vorbei, die das Auge schärfen «für alles, was da kreucht und fleucht», wie Peyer es ausdrückt.

Die Exponate sind mit kurzen, erklärenden Texten versehen. Dazu gesellen sich Powerpoint-Präsentationen auf kleineren und grösseren Bildschirmen sowie Hörstationen, die den Entdeckern typische Geräusche aus der Natur zwischen Werdhölzli, stiller Reuss und Flachsee in die Ohren lassen. Um die kleinste Schneckenart sehen zu können, die sich im Schlick des Reussufers finden lässt, braucht es schon ein Mikroskop. Dasselbe gilt für die Entdeckung von Wasserflöhen. Die dafür vorgesehene Station ist eingerichtet und wartet auf Entdecker jeden Alters, die das Staunen noch nicht verlernt haben.

Staunen dank Swisslos-Fonds

Auch das Filmteam des Schweizer Fernsehens war begeistert von den spannenden Ein- und malerischen Aussichten bei diesem Dreh. Der Auftrag kam vom Swisslos-Fonds des Kantons Zug, der die Ausstellung im Zieglerhaus mit 7500 Franken unterstützt hat. Weitere 84 000 Franken hat der Swisslos-Fonds Aargau beigetragen. Mit den zusätzlichen Spenden von anderen Stiftungen, Naturschutzvereinen und den umliegenden Gemeinden konnten die Ausstellungsmacher letztlich die 120 000 Franken zusammenbringen, die sie für die Realisierung der neuen Ausstellung benötigten.

Das 90-sekündige Werk, das am Mittwoch, 21. Februar, nach der Ziehung der Lottozahlen um 21.40 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt wird, vermittelt den Zuschauern einen ersten Einblick in die neue Ausstellung des Zieglerhauses. Niklaus Peyer erklärt darin auch, welche Ziele die Stiftung Reusstal verfolgt und was sie für den Erhalt der Artenvielfalt im unersetzlichen Naturreservat an der Reuss schon alles geleistet hat. Dass der Swisslos-Fonds gerade diese Ausstellung für einen Fernsehbeitrag vorgeschlagen hat, spricht für sich. Kameramann und Redaktor Reinhard Schatzmann erklärte dazu: «Wir berichten nur über Projekte, die uns von den kantonalen Stellen des Swisslos-Fonds als besonders erwähnenswert gemeldet werden.»

Die Eröffnung der Ausstellung, Ende März, wird ein grosses Fest. Die AZ wird darüber berichten und hoffentlich viele Zuschauer aus der Reserve und an die Reuss locken.