Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm hat das Verfahren gegen den Wohler SVP-Parteipräsidenten Roland Vogt erneut eingestellt. Es fehlten Beweise und eine schlüssige Indizienkette, die belegen könnten, dass Vogt im Dezember 2008 im Forum «Wohlen-Online» jene Einträge gemacht habe, die den ehemaligen Wohler Gemeinderat Harold Külling massiv in seiner Ehre verletzten.

Das Verfahren zieht sich seit Jahren hin. In Gang gebracht hat es Harold Külling, der im besagten Forum über Monate anonym aufs Übelste beschimpft wurde. Aufgrund eines Gutachtens war Külling davon überzeugt, dass Roland Vogt einer der Verfasser dieser Einträge sei.

Dieser Verdacht lag für den Kläger vor allem deshalb nahe, weil viele Einträge aus einem EDV-Netz stammten, auf das Roland Vogt als Zürcher Stadtpolizist Zugriff hat.

Vogt bestritt Einträge immer

Der beschuldigte selber hat stets bestritten, überhaupt jemals einen Eintrag im Forum «Wohlen-Online» gemacht zu haben. Er konnte aufzeigen, dass er zu verschiedenen Zeiten, in denen Einträge gemacht worden waren, gar nicht im Dienst war, beziehungsweise keinen Zugriff auf das entsprechende EDV-Netz hatte.

Im August 2012 erliess die Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahmeverfügung. Der Privatkläger erhob Beschwerde und verlangte weitere Ermittlungen. Das Obergericht gab ihm recht, die Staatsanwaltschaft setzte das Verfahren fort.

Jetzt will sie erneut einen Schlussstrich ziehen. In der Begründung schreibt die Staatsanwaltschaft, in gewisser Hinsicht würden zwar Umstände vorliegen, die einen Anfangsverdacht gegen den Beschuldigten begründet hätten.

Letztlich würden die nötigen Beweise aber fehlen, welche geeignet wären, die Täterschaft zu beweisen.

Das, hält die Staatsanwaltschaft in ihrem Entscheid fest, würde auch durch die Privatklägerschaft bestätigt. Denn diese habe im Laufe des Verfahrens ohne weitere Begründung eine weitere Person verdächtigt, welche in der fraglichen Zeit Zugriff auf das Zürcher EDV-Netz gehabt habe.

Vogt erhält für das Verfahren weder Entschädigung noch Genugtuung, seine Verfahrenskosten werden ihm aber erstattet. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft ist noch nicht rechtskräftig. Ob Harold Külling den Entscheid weiter zieht, ist zurzeit noch offen.

Auch Parallelverfahren eingestellt

Roland Vogt seinerseits hat im August 2012 ein Strafverfahren gegen zwei Redaktoren des «Wohler Anzeiger» angestrengt. Die Zeitung hatte über den Fall berichtet und dabei Vogt quasi als bereits überführt bezeichnet.

Diese Berichterstattung sei im Nachhinein klar nicht korrekt, unter den damals bekannten Umständen aber nicht gänzlich falsch gewesen, bilanziert die Staatsanwaltschaft. Ob Roland Vogt sich mit der Einstellung dieses Verfahrens abfindet, hat er noch nicht entschieden.