Wohlen

Keine Nachfolge in der Familie: Braunwalder Wohlen an Holding verkauft

Das bestehende Netz der Braunwalder-Filialen, hier jene im Volg Boswil, soll beibehalten und ausgebaut werden. Eddy Schambron/Archiv

Das bestehende Netz der Braunwalder-Filialen, hier jene im Volg Boswil, soll beibehalten und ausgebaut werden. Eddy Schambron/Archiv

Rückwirkend auf den 1. Januar hat die Heba Food Holding, zu der auch die Traitafina AG in Lenzburg gehört, die Grossmetzgerei Braunwalder in Wohlen übernommen. Die Freiämter Marke bleibt erhalten, das Filialnetz soll sogar ausgebaut werden.

Im kommenden Jahr feiert die Braunwalder AG in Wohlen ihr 60-jähriges Bestehen – dies aber nicht mehr als unabhängiges Familienunternehmen, sondern unter dem Dach der Heba Food Holding AG.

Allerdings bleibt der Firmenname ebenso erhalten wie die Führung: Otto und Cornel Braunwalder, bisher gemeinsam Inhaber und Geschäftsführer, verbleiben im Verwaltungsrat der Firma. Über den Kaufpreis haben die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart.

Keine interne Nachfolgeregelung

«Aus unseren Familien ergibt sich keine Nachfolge, deshalb haben wir diesen Schritt vollzogen», erläutert Otto Braunwalder. Das Unternehmen beschäftigt heute 55 Mitarbeiter und nimmt im Schlachtbereich laut Firmenwebsite «im Aargau die Leaderposition ein».

Neben der Produktion mit Fabrikladen in Wohlen betreibt Braunwalder fünf Metzgerei-Filialen in Boswil, Waltenschwil, Niederrohrdorf, Nussbaumen und Reussbühl LU.

Ausbau bei den Filialen geplant

«Mit dem Verkauf sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt worden», heisst es in einer Mitteilung. Demnach plant die Heba Food Holding, den Schlacht- und Produktionsstandort Wohlen und das heutige Filialnetz auszubauen.

Otto Braunwalder betont, dass die Übernahme positive Folgen für das Wohler Unternehmen haben werde. «Oft hört man bei Firmenverkäufen von Personalabbau und Entlassungen, bei uns ist es genau umgekehrt», sagt er. Mit dem geplanten Ausbau der Filialstandorte sollen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.

Braunwalder nicht unter Druck

Otto Braunwalder betont, er und sein Bruder seien beim Entscheid über die Nachfolgeregelung für das Unternehmen nicht unter Druck gestanden. «Wir haben uns genug Zeit genommen, diverse Gespräche geführt und mit der Heba Food Holding schliesslich den idealen Partner gefunden», hält er fest.

Aus seiner Sicht sei der Verkauf ein Glücksfall, der für Kunden und Mitarbeiter von Braunwalder Kontinuität bringe.

Der Metzgerei-Unternehmer gibt zu bedenken, dass im relativ kleinen Schweizer Fleischmarkt ein Konzentrations- und Verdrängungsprozess im Gang sei. «Für alle eigenständigen Familienbetriebe ist es heute schwierig, im Markt zu bestehen.»

Deshalb sei es für die Metzgerei Braunwalder besser, die kommenden Herausforderungen unter dem Dach der grossen Heba Food Holding anzugehen.

Schlachthof «nicht entscheidend»

Markus Zimmermann, Finanzchef der Heba Food Holding und gleichzeitig Geschäftsführer der Traitafina AG in Lenzburg, freut sich über den Kauf der Metzgerei Braunwalder. «Die beiden Unternehmen stehen für qualitativ hochstehende Produkte und werden sich als starke Marken optimal ergänzen», hält er fest.

Die Heba Food Holding AG dürfte künftig insbesondere vom Schlachthof bei Braunwalder profitieren. Zimmermann betont: «Dies ist sicher ein Element, der Schlachthof allein war aber nicht ausschlaggebend für den Kaufentscheid», sagt Zimmermann.

Heba erwirtschaftet mit rund 450 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von über 200 Millionen Franken.

Die Holding wurde 2002 von Hermann Bader gegründet, wichtigstes Mitglied bei Heba ist die Traitafina AG in Lenzburg. Die Produktpalette umfasst Frischfleisch, Wurst- und Fleischwaren, Comestibles und Traiteurspezialitäten.

Traitafina beschäftigt rund 300 Mitarbeiter, verarbeitet mehr als 12 500 Tonnen Rohmaterial pro Jahr und erzielt einen Jahresumsatz von 120 Millionen Franken.

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