Niederwil
Keine Löhne seit Dezember – doch der Chef glaubt an Rettung

Nach wie vor warten die Mitarbeiter der Fensterfabrik Niederwil auf ihren Lohn. Der Chef ist untergetaucht – zeigt sich nach Informationen der AZ aber weiterhin optimistisch: Der Betrieb werde bald wieder anlaufen.

Toni Widmer
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Die Zukunft der Fensterfabrik Niederwil ist ungewiss.

Die Zukunft der Fensterfabrik Niederwil ist ungewiss.

Eddy Schambron

Noch immer kein Zahltag für die rund 30 Mitarbeiter der Fensterfabrik Niederwil (FFN). Seit Dezember wurden sie von ihrem Chef immer wieder vertröstet, seit einiger Zeit ist er für sie gar nicht mehr erreichbar.

Laut Informationen der AZ glaubt Geschäftsführer Erwin Eschbach offenbar nach wie vor, die Firma dank einer Finanzspritze von dritter Seite retten zu können. Gegenüber den (wenigen) Leuten, die mit ihm in den vergangenen Tagen haben sprechen können, habe er das immer wieder bekräftigt. Es werde alles gut, er werde die Löhne bezahlen, die Gläubiger befriedigen und die Fensterfabrik werde bald den Betrieb wieder aufnehmen. Die Bilanz deponieren und Konkurs anmelden, wie das ehemalige Mitarbeiter immer wieder fordern, werde er nicht.

An RGA18 nicht dabei

Nicht dabei ist die FFN an der RGA18, der grossen Gewerbeausstellung vom nächsten Wochenende in Niederwil. Die Firma war ursprünglich angemeldet, hat ihre Zusage vor ein paar Wochen aber wieder zurückgezogen.

In den letzten Tagen haben sich verschiedentlich ehemalige Mitarbeiter bei der AZ gemeldet. Die FFN hat Ende Februar allen gekündigt, der Betrieb ist weitgehend eingestellt. Verschiedene Mitarbeiter haben bereits wieder eine Stelle gefunden, andere sind finanziell in Nöte geraten, weil von der Firma seit vier Monaten kein Geld mehr kommt.

Noch vor einer Woche haben mehrere Mitarbeiter geklagt, es sei für sie nicht möglich, Arbeitslosenbeiträge zu bekommen, weil die Firma bisher nicht Konkurs angemeldet habe. Deshalb müssten sie auf das Sozialamt gehen.

Das stimmt offenbar in dieser Absolutheit nicht: Wer sich richtig beraten lässt und die richtigen Schritte unternimmt, kann unter Umständen auch in dieser komplizierten Situation auf Unterstützung der Arbeitslosenkasse hoffen, wie ein ehemaliger Mitarbeiter der AZ bestätigte. Die Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen würden über die nötigen Schritte informieren.