Tägerig
Keine Kandidaten: «Amt des Gemeindeammanns ist besser als sein Ruf»

Der amtierende Gemeindeammann und zwei seiner Vorgänger sind in die Hosen gestiegen und suchen geeignete Leute für die Behörde. Gemessen am schwachen Besuch an den Informationsveranstaltungen ist das eine schwierige Aufgabe.

Toni Widmer
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Kleine Wahlrunde am grossen Tisch. Toni Widmer

Kleine Wahlrunde am grossen Tisch. Toni Widmer

Toni Widmer

In Tägerig sind für die zwei Gemeinderatssitze, die im Herbst neu zu besetzen sind, noch keine Kandidatinnen oder Kandidatinnen gemeldet worden. Der amtierende Gemeindeammann Jürg Walty sowie seine beiden Vorgänger Willi Gloor und Charly Suter haben die Initiative ergriffen und zu einem Informationsanlass geladen. Dort wollten sie potenzielle Interessentinnen und Interessenten davon überzeugen, dass ein politisches Amt nicht nur Arbeit und Ärger bedeutet, sondern durchaus auch seine positiven Seiten haben kann.

Gerade riesig war das Echo nicht. Neben dem erwähnten Trio fand sich – inklusive der beiden Pressevertreter – ein knappes halbes Dutzend Interessierte im Saal des Gemeindehauses ein. Immerhin mit war dabei ein Stimmbürger, der sich ganz konkret für das Amt des Gemeinderates interessierte, sowie ein weiterer, der sich überlegen will, für das Wahlbüro zu kandidieren.

Er höre, sagte Willi Gloor, auf der Kandidatensuche nicht selten den Spruch: «Das tue ich mir nicht an.» Er schliesse daraus, dass das Amt eines Gemeinderates nicht eben einen guten Ruf habe. Das allerdings sei falsch: «Es gab laute und gar gehässige Töne in Tägerig und es gibt sicher auch heute dann und wann Opposition gegen die Behörde.

Das ist zu verkraften. Grundsätzlich überwiegen die positiven Erlebnisse.» Amtsvorgänger Charly Suter und Amtsnachfolger Jürg Walty bekräftigten diese Aussage. Beide erklärten, sie hätten menschlich wie fachlich viel vom Amt profitiert.

«Eine Führungsaufgabe in der Gemeinde unterscheidet sich wesentlich von einem Führungsjob in der Wirtschaft», sagte Jürg Walty, «davon kann man sehr viel profitieren.

Insgesamt war man sich einig, dass das Amt deutlich besser ist als sein Ruf. Wieso, erklärte Willi Gloor: «Wenn es über Jahre gut läuft, interessiert das die Medien am Rande. Doch gibt es einmal Knatsch, ist für die grossen Schlagzeilen gesorgt.»

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