Bremgarten

Keine Einsturzgefahr trotz Risse: Militärsporthalle soll trotzdem bald ersetzt werden

Die Militärsporthalle in Bremgarten wird einmal pro Monat von einem Statikexperten überprüft.

Die Militärsporthalle in Bremgarten wird einmal pro Monat von einem Statikexperten überprüft.

An der Turnhalle der Armasuisse sind einige Risse entstanden. Die Halle ist über 40 Jahre alt und sollte bald durch einen Neubau ersetzt werden.

In Bremgarten machen Gerüchte die Runde, die Militärsporthalle stehe vor dem Einsturz. Verantwortlich sei die Aufschüttung für den Doppelkreisel. Sie hätte zu Bodensenkungen und zu Schäden am Gebäude geführt. Diese Gerüchte stimmen so nicht.

Richtig ist, dass ein Statikexperte das Gebäude Ende Woche letztmals inspiziert und Entwarnung gegeben hat. Die Halle darf weiterhin benutzt werden – ohne Einschränkungen. Doch wie gut ist der Zustand der 1976 errichteten Turnhalle wirklich, die sich im Besitz der Armasuisse befindet?

«Seit Mitte 2016 haben sich bereits bestehende Risse im Gebäude vergrössert», sagt Jacqueline Stampfli, die stellvertretende Leiterin Kommunikation bei Armasuisse. Deshalb würden die Wände laufend vom Betreiber überprüft und Veränderungen sofort gemeldet. «Die Statik der Halle wurde bis auf weiteres als unbedenklich eingestuft. Die Halle kann genutzt werden, wird aber weiterhin überwacht», sagt sie. Die Beurteilung der Statik findet monatlich durch einen Experten statt.

Das Gebäude steht unterhalb der Shell-Tankstelle, nahe bei der Baustelle Doppelkreisel. Es wird vom Militär genutzt, aber auch von Vereinen.

Neue Turnhalle in Planung

Weil für den Doppelkreisel rund 26 000 Kubikmeter Erdreich aufgeschüttet werden mussten und auch schwere Baufahrzeuge im Bereich der Halle verkehrten, liegt ein Zusammenhang zwischen der Baustelle und den Beschädigungen der Turnhalle nahe. Das kann Stampfli nicht bestätigen: «Der Hang ist seit längerem in Bewegung, auch unabhängig von der Kreiselbaustelle.» Unabhängig von den aktuellen Schäden sei sowieso ein Neubau in Planung, erklärt Jacqueline Stampfli weiter. Grund dafür sei vor allem das Alter des Gebäudes. Der Standort für einen allfälligen Ersatzbau sei aber zurzeit noch völlig offen.

Für Thomas Meile, Kreisel-Projektleiter vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), ist ein kausaler Zusammenhang zwischen Aufschüttung und Schäden an der Turnhalle zwar nicht ausgeschlossen, aber auch nicht erwiesen: «Wir haben in der Planungsphase das übliche Verfahren angewendet und auch einen Geologen beigezogen. Die Militärturnhalle liegt nicht in jenem Distanzbereich, in dem bei Strassenbauten Gefährdungen in Betracht gezogen werden müssen. Deshalb ist das Gebäude auch nicht aufgenommen und in der Bauphase überprüft worden.»

Kanton mit Besitzerin in Kontakt

Wie man in Bremgarten schon lange weiss, ist der Untergrund im Bereich der Halle, wohl auch wegen der nahen Reuss, lehmig und somit lebendig. Darauf angesprochen, erklärt Meile, es sei auch möglich, dass sich der Boden in den letzten Jahren wegen der herrschenden Trockenheit verändert habe. Die Belastungen durch den aufgeschütteten Damm alleine könnten zumindest nicht die einzige Ursache für Risse am Gebäude sein. Der Kanton als Bauherr des Kreisels stehe mit der Armasuisse in Kontakt. «Die Statik der Halle ist nach wie vor intakt, es besteht laut Fachleuten keine Einsturzgefahr. Die entdeckten Risse haben auf die Statik keinen Einfluss und lassen sich nach den bisherigen Erkenntnissen auch mit relativ wenig Aufwand beheben», sagt der Projektleiter vom BVU.

Nur kleine Einschränkungen

Dennoch mussten wegen der vorerst vermuteten oder zumindest nicht ausgeschlossenen Einsturzgefahr einige Anlässe in der Halle verschoben werden. Bei Sturmwarnung wird aus Sicherheitsgründen auf eine Benutzung verzichtet.

Auch der Unihockeyclub Bremgarten (UHCB) musste schon einige Trainings ausfallen lassen. Allerdings sehr selten, wie Roman Keusch vom UHCB erklärt: «Die Situation mit der Halle hat uns bisher nicht gross beeinträchtigt. Ich habe auch keine Angst, dass die Halle einstürzen könnte, wir verlassen uns da auf die Einschätzung der Experten.» Der UHCB und Unihockey United Aargau trainieren regelmässig in der Halle – ausser neuerdings bei Sturmwarnung.

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