Villmergen

Kein Kultursaal in Villmergen: Deutliches Resultat der Orstbürger

Lotti Steinmann ist mit dem Stifterpreis „Filmar“ ausgezeichnet worden; links Bruno Leuppi, der Präsident der Ortsbürgerstiftung..jpg

Lotti Steinmann ist mit dem Stifterpreis „Filmar“ ausgezeichnet worden; links Bruno Leuppi, der Präsident der Ortsbürgerstiftung..jpg

Die Ortsbürger Villmergen haben an ihrer Stiftungsversammlung den geplanten Kultursaal zu Kosten von 2,8 Millionen Franken bachab geschickt. Den Stifterpreis 2013 erhielt Lotti Steinmann.

Es war eine eindeutige Angelegenheit. Der Antrag für die Erstellung eines Kultursaals im neuen Schulhaus Mühlematten wurde bei 120 Nein- gegen 74 Ja-Stimmen klar abgelehnt.

Wie erwartet war zuvor an der Stifterversammlung in der Mehrzweckhalle Villmergen heftig darüber diskutiert worden. Die Geister schieden sich am Vorschlag des Stiftungsrates, die 2,8 Millionen Franken für den Kultursaal zu genehmigen.

«Villmergen würde attraktiver»

Am 28. November 2012 hatte die Einwohnergemeinde dem Stiftungsrat den Vorschlag unterbreitet, sich finanziell am Bau des neuen Schulhauses zu beteiligen.

«Die Gemeinde hat uns ausschliesslich um Unterstützung für den Kultursaal gebeten», sagte an der Stiftungsversammlung Bruno Leuppi, der Präsident der Ortsbürgerstiftung.

Zudem sei stets klar gewesen, dass die Stiftungsversammlung über die finanzielle Unterstützung befinden müsse.

Wie seine Stiftungsratskollegen fand auch Leuppi, dass ein Kultursaal eine Bereicherung darstelle und die Gemeinde dadurch attraktiver würde.

«Wir wollen uns aktiv und nachhaltig fürs Dorfgeschehen einsetzen. Das ist auch der Zweck der Stiftung», betonte Leuppi.

Fortbestand der Stiftung gefährdet?

Mehrere Versammlungsteilnehmer wandten ein, Bau und Finanzierung des Kultursaals seien Sache der Einwohnergemeinde.

«Falls die Kosten falsch budgetiert sein sollten, müssten letztlich wir für die zusätzlichen Kosten gerade stehen», sagte etwa Ortsbürger Otto Gsell. Weitere Gegner des Saalbaus fürchteten gar um den Fortbestand der Stiftung. Die vorhandenen Finanzmittel der Stiftung reichten für eine derart grosse Investition nicht aus, argumentierten sie.

Zu Wort meldeten sich auch Befürworter. «Das ist ein nachhaltiges Projekt, auch meine Grosskinder könnten den Saal noch nutzen», sagte René Schmidli. Die Debatte drehte sich dann vor allem um die Frage: Ist die Finanzierung des Saals mit dem Sinn und Zweck der Stiftung vereinbar oder nicht? Die Mehrheit befand Nein. Die Gegner quittierten das Abstimmungsresultat mit grossem Beifall.

Vor allem jüngere Versammlungsteilnehmer zeigten sich enttäuscht. Nach Bekanntgabe des Abstimmungsresultats ergriff der junge Andreas Wirt nochmals das Wort: «Ein Ja hätte der Stiftung gut angestanden und der nächsten Generation gut getan. Ich bin extrem enttäuscht.»

Preis für engagierte Villmergerin

Wie jedes Jahr ist an der Versammlung der Stifterpreis «Filmar» vergeben worden.

Diesmal gewann die Auszeichnung Lotti Steinmann für ihr grosses Engagement in Villmergen.

Seit 40 Jahren hilft sie weniger privilegierten Menschen im In- und Ausland.

In Villmergen hat Lotti Steinmann eine Kleidersammlung und den Drittweltladen aufgebaut. «Mein grösster Wunsch ist, dass meine Arbeit weitergeführt wird», sagte Lotti Steinmann bei der Preisübergabe.

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