Lokalwahlen
Kein Kandidat für Ammann-Wahl in Rottenschwil - Kampfwahl in Hägglingen

Die Ausgangslage bei den Lokalwahlen vom 18. Oktober in den zwei Gemeinden Rottenschwil und Hägglingen könnte kaum unterschiedlicher sein.

Lukas Schumacher
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Rottenschwils Vizeammann Brigitte Hirter wird nicht Gemeindeammann.

Rottenschwils Vizeammann Brigitte Hirter wird nicht Gemeindeammann.

sl

In Rottenschwil sollten am 18. Oktober ein neues Mitglied des Gemeinderats und ein neuer Gemeindeammann gewählt werden. Zu wählen gibt es in der kleinen Reusstalgemeinde mit den gut 800 Einwohnern freilich nichts. Niemand kandidiert, die Wahlzettel bleiben leer.

In Hägglingen dagegen herrscht keinerlei Notstand. Zwei Bewerber hoffen, am Sonntag den frei werdenden Sitz im Gemeinderat zu ergattern: der parteilose 69-jährige Kurt Frey und der 41-jährige Peter Wyss von der CVP. Die gleichzeitig anstehende Vizeammannwahl im rund 2300 Bewohner zählenden Maigengründorf verläuft ebenfalls in geordneten Bahnen. Es kandidiert der 53-jährige Gemeinderat Franz Schaad, FDP.

Desinteresse in Rottenschwil

Nach der unbenutzt verlaufenen Anmeldefrist zerschlugen sich in Rottenschwil die Hoffnungen, dass in letzter Minute noch ein Gemeinderatskandidat per Flugblatt portiert wird. Die Doppelvakanz Gemeinderat/Gemeindeammann, die seit zweieinhalb Monaten besteht, dauert also an. Dass die Gemeindebehörde Rottenschwil untätig geblieben wäre, trifft nicht zu. Am 27. August wollte der Gemeinderat an einer Informationsveranstaltung bei einigen Dorfbewohnern Interesse am Mitwirken im Gemeinderat wecken. Der Anlass wurde zum Flop, niemand kam. «Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt», sagte Rottenschwils Vizeammann Brigitte Hirter. Überdies habe der Rücktritt von Ex-Gemeindeammann Anna Hoppler Ende Juli «alle überrascht, auch uns im Gemeinderat. Ein geordneter Rückzug sieht anders aus.» Der Gemeinderat Rottenschwil funktioniere in der aktuellen Besetzung mit nur vier statt fünf Personen dank gegenseitiger Unterstützung zwar recht gut. Zu einer Dauerlösung dürfe die Unterbesetzung aber nicht werden.

Vizeammann Brigitte Hirter leitet den Gemeinderat ad interim. Weshalb konnte sie sich nicht zur Kandidatur fürs Gemeindeammannamt durchringen? «Ich wollte schon, es geht beruflich aber nicht», erläuterte Hirter. Sie habe ihr Vollzeitpensum im Kader eines Versicherers reduzieren und den Gemeindeammannjob übernehmen wollen. Die Geschäftsleitung sei nicht einverstanden gewesen. «Meinen drei Gemeinderatskollegen geht es genau gleich», erläuterte Hirter, «auch sie können beruflich nicht kürzertreten.»