Villmergen
«Kein Hund ist von Grund auf böse»

Auf dem Bündten Areal konnten sich Kinder und Erwachsene im Umgang mit Hunden üben. Zu den Biss-Opfern gehören häufig Kinder, die in heiklen Situationen ungeschickt reagieren und sich gegen die angreifenden Tiere nicht wehren können.

Samuel Schuhmacher
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Fabian (3) genoss das Spielen mit dem Pitbull-Doggen-Mischling Lenny. sas

Fabian (3) genoss das Spielen mit dem Pitbull-Doggen-Mischling Lenny. sas

Gemeinsam mit dem Kynologischen Verein Freiamt (KVF) hat der Verein Schule und Elternhaus Villmergen (S&E) deshalb bereits zum fünften Mal einen Aktionsmorgen veranstaltet, an dem Kinder mit ihren Eltern den korrekten Umgang mit den Vierbeinern spielerisch üben konnten.

Auf Körpersprache achten

Sonja Cafaro vom Verein S&E ist überzeugt davon, dass Kinder vom Zusammenleben mit Hunden viel lernen können. «Ein Hund in der Familie zu haben gibt den Kindern die Möglichkeit, soziales Verhalten zu trainieren und nimmt ihnen die oft unbegründete Angst vor den Tieren.» Doch, auch wenn das Zusammenleben in den allermeisten Fällen problemlos funktioniert, ist im Umgang mit Hunden Vorsicht geboten. «Auch der liebste Hund kann einmal einen schlechten Tag erwischen», sagt Sonja Cafaro. Für Kinder sei es wichtig, die Körpersprache eines Hundes richtig interpretieren zu können und zu merken, was ein Hund mag und was nicht.

Die gängige Ansicht, dass bestimmte Hunderassen grundsätzlich nicht als Familienhunde geeignet sind, teilt Sonja Cafaro nicht. «Kein Hund ist von Grund auf böse. Auch ein Pitbull kann ein liebenswürdiges und kinderfreundliches Tier sein.» Wichtig sei einzig und allein, wie und von wem der entsprechende Hund erzogen wurde.

Gefährliche, arbeitslose Hunde

Was macht denn einen guten Hundehalter aus? «Neben dem obligatorischen Sachkundenachweis muss ein Hundehalter viel Zeit und Interesse haben für sein Tier und bereit sein, den Hund artgerecht zu beschäftigen», erklärt Jacqueline Laube vom KVF. Problematisch seien vorwiegend jene Hunde, die unterbeschäftigt seien und sich selbst unterhalten müssten. «Viele dieser Tiere beschäftigen sich dann selber, was sich in unerwünschten Verhaltensweisen wie beispielsweise ausgeprägtem Jagen oder starkem Territorialverhalten zeigen kann. Im schlimmsten Fall führen Unterbeschäftigung und fehlende Führung durch den Hundebesitzer zu Misstrauen und Frustration beim Hund, was in aggressivem Verhalten enden kann.» Dass bestimmte Menschen keinen Hund halten sollten, daraus machen Sonja Cafaro und Jacqueline Laube keinen Hehl.

Die fünfte Auflage des «Aktionsmorgens Hund Kind» war trotz der nur acht teilnehmenden Kinder ein Erfolg. Die Kinder und die Hunde übten sich im friedlichen Zusammenleben und nahmen positive Erfahrungen mit nach Hause.