Der lange erwartete Entscheid des Regierungsrates ist da: Die vom Gemeinderat Oberrüti im November 2012 an die Vanoli Beton und Transporte AG in Cham erteilte Baubewilligung für den Neubau eines Werkhofes mit Betonwerk, Werkstatt, Material und Sortierhallen, Betriebsgebäude und verschiedene Gewerbebauten ist korrekt.

Der Regierungsrat hat in seinem Entscheid die gegen die Baubewilligung eingereichten Beschwerden «umfassend abgewiesen», wie der Gemeinderat feststellt. Ob gegen diesen Entscheid beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau Beschwerde geführt wird, lässt Pius Hofstetter, Vertreter der Beschwerdeführer und zugleich Vizeammann von Oberrüti, im jetzigen Zeitpunkt noch offen. «Wir müssen den regierungsrätlichen Entscheid zuerst analysieren.» Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Entrichtung der Parteientschädigungen haben die Beschwerdeführenden als unterliegende Partei zu tragen.

Umfassende Beurteilung

Zufrieden zeigt sich Gemeindeammann Fränzi Baggenstos: «Ich bin sehr froh, dass endlich der Entscheid gefallen ist und dass das Vorgehen des früheren und heutigen Gemeinderates in sämtlichen Punkten bestätigt worden ist.» Der Regierungsrat habe sich offensichtlich sehr umfassend mit der Bewilligung auseinandergesetzt. Froh zeigt sich auch Daniel Schaber, Geschäftsführer der Vanoli Beton und Transporte AG: «Uns freut es, dass der Entscheid zu unseren Gunsten ausgefallen ist. Er bestätigt, dass der Gemeinderat die Baubewilligung richtig beurteilt und zu Recht erteilt hat.» Die Vanoli AG warte jetzt die Beschwerdefrist ab und schaue, ob die Beschwerdeführer den Entscheid ans Verwaltungsgericht weiterziehen werden.

Das Projekt der Vanoli AG hat schon früh hohe Wellen geworfen. Gegen die Baubewilligung waren zwölf Beschwerden eingereicht worden, zudem kam es zur Aufsichtsbeschwerde gegen den Gemeinderat. Ende 2012 wurde sogar ein Fackelumzug durchs Dorf organisiert, an dem rund 200 Personen teilnahmen. Der Gemeinderat Oberrüti hatte immer betont, dass er die Baubewilligung für den Werkhof und das Betonwerk erteilen musste, weil er sich an geltendes Recht, konkret an die gültige Bau- und Nutzungsordnung zu halten habe. Eine Wiedererwägung der Baubewilligung könne nicht in Betracht gezogen werden, hielt er 2013 in der Antwort auf eine Petition fest, weil dafür triftige Gründe wie offensichtliche Verstösse gegen geltendes Recht vorhanden sein müssten.

Angebot an Z-Fighters gilt

Das am 8. Mai 2014 in einem offenen Brief von der Vanoli AG gemachte Angebot an den Inlinehockey-Club Z-Fighters, auf ihrem Grundstück die Realisierung einer Inlinehockey-Halle zu ermöglichen, gilt nach wie vor. Das bestätigt Schaber. «Ich habe dem Vorstand der Z-Fighters bereits mitgeteilt, dass unser Projekt auf gutem Weg ist», unterstreicht Schaber.

Marco Camenzind, Präsident der Z-Fighters, bekräftigt das nach wie vor bestehende grosse Interesse seines Vereins an einer Inlinehockey-Halle. «Wir haben uns bewusst nicht in die Diskussionen um das Vanoli-Projekt eingemischt», stellt er fest. «Weitere Überlegungen über eine Halle auf dem Vanoli-Areal sind erst dann sinnvoll, wenn klare Verhältnisse herrschen.» Das Bedürfnis nach einer neuen Halle sei aber unverändert sehr gross. «Der Verein wächst weiter, wir führen dieses Jahr beispielsweise ein neues Juniorenteam, insgesamt haben wir vier Junioren- und vier Aktivteams sowie eine Kinder-Hockeyschule.»