Horben
Kavallerie längst abgeschafft und doch quicklebendig

Das zweite Dragoner-Springen nach 2009 lockte gegen 1500 Besucherinnen und Besucher an - noch mehr Besucher fanden den Weg auf den Horben als noch 2009 und die Springkonkurrenz fand in einem grösseren Rahmen statt.

Hanna Widmer
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Dragoner-Springkonkurrenz auf dem Horben
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Die Kavallerie-Schwadron 72
Kavallerie-Schwadron 72
Springkonkurrenz
Neue Schuhe für das Pferd

Dragoner-Springkonkurrenz auf dem Horben

Hanna Widmer

Es war eine Szene fast wie aus Film: Von weit hinten aus dem Wald löste sich aus dem Dickicht der Bäume ein einzelner Reiter, dann ein weiterer, bis schliesslich eine Schwadron den Zuschauern entgegen galoppierte. «Das lässt jedes Dragonerherz höher schlagen», rief der Kommentator ins Mikrofon. Die 72er Kavallerie-Schwadron kam mitten auf der Anlage zum Stillstand, ehe sich der Kommandant beim Ehrenpräsidenten Hans Christen meldete.

Vor 40 Jahren ausgemustert

1972 beschlossen die Parlamentarier in Bern, die Schweizer Kavallerie aufzulösen. Die Kavallerie hatte einst eine grosse Rolle im Armeeverband gespielt. Daran erinnert sich Ehrenpräsident Hans Christen gerne: «Noch in der Rekrutenschule hat jeder Dragoner sein Pferd gekauft und es umsorgt und gepflegt. Zur Inspektion erschien jeweils der Kadi auf dem Hof und blieb da auch längere Zeit. So entwickelte sich eine enge Beziehung der Dragoner zum militärischen Vorgesetzten.»

Bis zur Aufnahme in die Kavallerie sei der Weg für die jungen Männer hart und steinig gewesen. Bei der Aushebung habe jeweils das ganze Dorf mitgefiebert, und eine kleine Welt sei zusammengebrochen, wenn es ein junger Mann nicht in die Schweizer Kavallerie schaffte.

Premiere beflügelte

Nach der Premiere 2009 führten ehemalige Dragoner das zweite Mal die Dragoner-Springkonkurrenz auf dem Horben durch. Der damals schon ansehnliche Zuschaueraufmarsch von knapp 1200 animierten OK-Präsident Walter Budmiger und sein Team zu einer Wiederholung, diesmal in einem grösseren Rahmen und mit noch mehr Zuschauern.

Hoch zu Ross präsentierte sich die Reitermusik Gunzwil. Wo unsereins entweder reitet oder ein Instrument spielt, kombinieren die Luzerner beides. Sie sorgten so für die passende musikalische Umrahmung des Dragonerspringens. Das Dragoner Championat endete bei einem Nachtessen, wobei die erfolgreichsten Reiter und ihre Vierbeiner mit Plaketten und Preisen belohnt wurden.