Die katholischen Kirchgemeinden im Oberfreiamt wollen sich neu organisieren. Ein wichtiger Schritt war der Pastoralbesuch der Bistumsleitung mit Weihbischof Denis Theurillat. Thema des Treffens war der zu gründende Pastoralraum.

Die Kirchgemeinden Aristau, Beinwil und Muri, die bereits einen Seelsorgeverband bilden, wollen mit Boswil, Bünzen und Merenschwand eine gemeinsame Seelsorge planen. Gremien und Gläubige hatten Gelegenheit, sich zu informieren und Vorstellungen, Wünsche und Ängste einzubringen.

Mit drei A auf den Weg

Die Kirchenpflegen des künftigen Pastoralraumes trafen sich in Merenschwand. Es wurden konkrete Wünsche und Vorstellungen angesprochen. Joachim Köhn von der Bistumsleitung gab vor, wie der Weg aussehen kann: mit den drei A von Auftrag, Aufbruch und Abschied.

«Der Auftrag, das sind die unverzichtbaren Dinge einer christlichen Gemeinschaft: Nächstenliebe, Verkündigung der Botschaft, Gottesdienst und miteinander unterwegs sein.» Die Aufbruchsstimmung war zu spüren.

Die Chancen eines erweiterten Seelsorgeraumes wurden deutlich. Grössere Projekte können gemeinsam durchgeführt werden und abwechselnd in den beteiligten Pfarreien stattfinden. Dazu zählen auch besondere Gottesdienste an hohen Festtagen.

Besonderes Profil stärken

Durch die engere Zusammenarbeit könnten die einzelnen Gemeinden ihr besonderes Profil stärken, wie etwa der Wallfahrtsort Beinwil oder Muri mit der bedeutungsvollen Geschichte des Klosters. Wichtig sei dabei aber, dass jede Pfarrei ihre eigene Identität bewahre.

In diesem Prozess müssen alle gerecht beteiligt werden, besonders auch die kleineren Gemeinden. Dafür versprach Georges Schwickerath, designierter Pastoralraumpfarrer, einzustehen.

Bestehende Gremien und alle Gläubigen sollten die Möglichkeiten der Information und der offenen Meinungsbildung erhalten. «Schwierig ist oft das dritte A», so Köhn, «der Abschied von Gewohntem.»

Doch auch hier müsse offen darüber diskutiert werden, was bleiben könne oder müsse und was eine einzelne Gemeinde oder auch der Pastoralraum vielleicht nicht mehr leisten könne.

Weihbischof Theurillat war sehr erfreut über die rege Diskussion und die positive Einstellung gegenüber des Pastoralraums. (az)