Muri
Kantonsschülerin hat Konzept, um mehr Schüler ins Kloster zu locken

Die Kantonsschülerin Tina Kaufmann will die Klosteranlage auch den jungen Leuten schmackhaft machen. In ihrer Maturaarbeit entwarf sie ein Konzept dafür.

Jörg Baumann
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Abt Benno Malfèr lud Kantonsschülerin Tina Kaufmann als Belohnung für ihreArbeit zu einem Besuch des Klosters Muri-Gries im Südtirol ein. BA

Abt Benno Malfèr lud Kantonsschülerin Tina Kaufmann als Belohnung für ihreArbeit zu einem Besuch des Klosters Muri-Gries im Südtirol ein. BA

Jörg Baumann

Die Kantonsschülerin Tina Kaufmann aus Beinwil möchte mehr Schulkinder hinter die Mauern des ehemaligen Klosters Muri locken. In ihrer Maturaarbeit, für die sie an der Kanti Wohlen eine blanke Sechs erhielt, entwarf sie ein Konzept, womit dieses Ziel erreicht werden kann. Als Leitfigur für den Rundgang durchs Klosters soll den acht- bis zwölfjährigen Schülern der lustige «Stoupi» dienen.

«Testlauf hat mich überrascht»

Beim Vorstand der Vereinigung der Freunde der Klosterkirche Muri schlug die Idee so mächtig ein, dass er Tina Kaufmann einlud, das Konzept an der Jahresversammlung vorzustellen. Ihre Idee: Am Martinsbrunnen, bei den Engeln, am Stifterdenkmal der Habsburger, vor dem Wappen von Abt Placidus Zurlauben und im Klosterhof sollen die Schüler auf dem Rundgang einen Wettbewerbsbogen ausfüllen und Fragen beantworten. «Ich habe mit 19 Schülerinnen und Schülern einen Testlauf gemacht. Das Resultat hat mich überrascht», erklärte Tina Kaufmann.

Als Mentor hat der Bezirkslehrer Peter Hochuli, Vorstandsmitglied bei den Klosterfreunden, die Kantonsschülerin beim Erarbeiten begleitet. Er ist überzeugt: «Besser kann man eine Maturaarbeit gar nicht machen.» Des Lobes voll war auch Martin Egli, Präsident der Vereinigung. Er überreichte der angehenden Maturandin als Auszeichnung den goldenen Posaunenengel. Hochuli übergab ihr einen Geldbetrag, den sie für eine Reise verwenden kann. Benno Malfèr, Abt von Muri-Gries, lud die Kanti-Schülerin zu einem Besuch im Kloster im Südtirol ein.

Die Mitglieder der Vereinigung beschlossen darauf, für junge Menschen bis 30 Jahre eine neue Mitgliederkategorie mit dem besonders günstigen Jahresbeitrag von 20 Franken zu schaffen. Egli erklärte, dass man für die jungen Mitglieder spezielle Veranstaltungen wie Nachtführungen, Orgelmusik für junge Leute, Jugendvesper und Gespräche mit Abt Benno Malfèr durchführen wolle. Er könne sich vorstellen, dass Elternoder Paten den Kindern zu einem besonderen Anlass die Jugendmitgliedschaft schenken würden.

Zwei neue historische Beiträge

Bruno Meier, Leiter des Verlages «hier + jetzt» in Baden, kündigte für dieses Jahr zwei weitere Schriften über die Stiftergräber in der Klosterkirche und den 1415 erfolgten Herrschaftswechsel von Habsburgern zu Eidgenossen an. Aus einem Legat von Peter Jetzer aus Lengnau, der 2013 verstarb, erhielt die Vereinigung der Klosterfreunde 75'000 Franken. Dieser Betrag wird für den Erhalt der Reliquien und den Unterhalt der Klosterkirche eingesetzt.

An der Versammlung nahm man auch Abschied von der Klosterführerin Margret Galliker, die vor einem Monat einem langen, schweren Leiden erlegen ist. Für das laufende Jahr genehmigten die Mitglieder Vergaben von 60'000 Franken. Einer der Höhepunkte im vom Kirchenmusiker Johannes Strobl präsentierten Programm «Musik in der Klosterkirche» dürfte das Cantars Kirchenklangfest am 30. Mai sein, das von Mittag bis Mitternacht stattfindet.