Wohlen

Kantonsschule Wohlen liefert – die Stars der Slam-Szene hatten keine Chance

Die Wohler Kantischülerin Alana Brown gewann den Poetry-Slam.

Die Wohler Kantischülerin Alana Brown gewann den Poetry-Slam.

Das Publikum konnte sich kaum entscheiden: Die Kantischülerin Alana Brown gewann den Poetry-Slam an der Kantonsschule gegen bekannte Slammer und einen Lehrer. Ein Ausflug in Zoo oder Zirkus, die erste Liebe und der Schulalltag waren Themen.

Ob ein kaputter Blitzkasten, ein Ausflug in Zoo oder Zirkus, die erste Liebe oder einfach der Schulalltag – beim Poetry-Slam kann alles zum Thema werden. Wichtig ist, dass es gut vorgetragen wird. Und das haben die neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Freitagabend in der fast vollen Kanti-Aula geschafft.

Es waren bekannte Namen aus der Slam-Szene dabei, allen voran Altmeister Simon Chen, aber auch Milva Stark und Rhea Seleger. Doch an diesem Abend hatten alle drei keine Chance gegen die Kantischüler – und einen Lehrer. Fabian Schambron, der an der Kanti Wohlen Deutsch unterrichtet, musste sich gleich in der ersten Runde mit Simon Chen messen. Doch mit seiner Liebeserklärung an Wohlen, die er «5610» taufte, sicherte er sich nicht nur viel Lacher im Saal, sondern auch den Siegerapplaus gegen Chen, der ihm mit seinem Französischkurs ganz knapp hinterherhinkte. Schambron zeigte es den «Butt-, Bett- und Boswiler Clowns», indem er aufzeigte, dass Wohlen eben «schön, weil grusig» sei.

Herzschmerz und viele Lacher

Milva Stark aus Bern lieferte vor allem den Kindern der 90er-Jahre viele Erinnerungen an ihren ersten Herzschmerz. Doch die beiden Wohler Kantischüler Ben + Jerrys überholten sie applaustechnisch deutlich mit ihrem Blitzkasten, der vor dem Jüngsten Gericht zu stehen kam und aufgrund der Demokratie im Saal nun im Himmel für immer unglücklich bleiben wird. Rhea Seleger zeigte, wie schwierig ein Tinder-Date sein kann, wenn man nicht kochen kann wie Mama. Doch auch sie wurde von einer Freiämterin, Jessica Brunner, die allerdings die Kanti Wettingen besucht, und deren Hass aufs Krankenhaus überflügelt. Zum Schluss der ersten Runde musste sich das junge Mathe-Antitalent Ramona Erismann aus Sarmenstorf der Wohler Kantischülerin Alana Brown geschlagen geben, die sich über eine verlorene Kamera im Zoo nervte.

Zweimal Moral

Im Finale wurde es rasch klar: Das Publikum konnte sich kaum zwischen Schambron und Brown entscheiden. Der Deutschlehrer zeigte als eine seiner Bühnenpersönlichkeiten, Sturzgeburt Werni aus Kalkwil, wie Menschenwürde definiert wird – und für wen sie eben mehr zu gelten habe als für andere. Die Schülerin mit Akzentfach Wirtschaft hingegen liess sich über jene Leute aus, die stets mit zweierlei Mass messen und sich selbst aus allen Regeln rausnehmen. «Seit der Affäre Boswil habt ihr wohl etwas gutzumachen», fasste Moderatorin Patty Basler die moralischen Themen lachend zusammen. Es war sehr knapp, doch am Ende ging der altersgerechte Sieger-Prosecco an Alana Brown.

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