Unterlunkhofen
Kanton hat in Unterlunkhofen Geld zum Fenster hinaus geworfen

Bei einer Liegenschaft an der Kantonsstrasse wurden neue Schallschutzfenster montiert. Nun aber hat der Liegenschaftsbesitzer entschieden, dass das Haus abgerissen werden soll. Die Schutzmassnahmen sind somit buchstäblich für die Katz.

Lukas Schumacher
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Dem Abbruch geweiht: Altliegenschaft mit neuen Lärmfenstern.

Dem Abbruch geweiht: Altliegenschaft mit neuen Lärmfenstern.

Lukas Schumacher

Wenn Gebäude an Kantonsstrassen trotz Belagssanierungen übermässigen Lärmbelastungen ausgesetzt sind, rüstet sie der Kanton mit Schallschutzfenstern und Schalldämmlüftern aus. Je nach Schallbelastung bezahlt der Kanton Aargau die Kosten vollumfänglich oder zur Hälfte. Solche Schallschutzmassnahmen sind grundsätzlich sehr vernünftig. Unsinnig war eine Fensterumrüstungsaktion an einem alten Wohngebäude in Unterlunkhofen.

«Habe mich umbesonnen»

Das alte Haus bei der Zugerstrasse (Kantonsstrasse) in Unterlunkhofen, das letztes Jahr mit neuen Lärmfenstern bestückt wurde, steht seit längerer Zeit leer. In Bälde will es Liegenschaftsbesitzer Walter Brumann abreissen lassen. Stattdessen soll ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und einer Tiefgarage mit 13 Parkplätzen erstellt werden. Voraussichtlich im Herbst 2013 werden die Neuwohnungen bezugsbereit sein.

Weshalb liess Brumann den Einbau der Schallschutzfenster in seiner Altliegenschaft nicht stoppen? Walter Brumann: «Ich wollte den Neubau eigentlich zu einem späteren Zeitpunkt realisieren. Dann hätte sich der Schallschutz am alten Haus gelohnt.» Er habe sich aber umbesonnen und beschlossen, den Abbruch und den Neubau vorzuziehen, ja zügig anzupacken. Immerhin habe er die Hälfte der Schallschutzmassnahmen selber berappt.

«Unschön und ärgerlich»

Die andere Hälfte der Schallschutzmassnahmen, die buchstäblich für die Katze sind, zahlte der Kanton Aargau. Verständlicherweise hält sich beim Kanton die Freude ob des geplanten Unterlunkhofer Gebäudeabbruchs in engen Grenzen. «Das ist unschön und ärgerlich», sagt Bruno Barresi von der Sektion Lärmsanierung des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Der Liegenschaftsbesitzer habe vor der Ausführung der Schallschutzmassnahme einen Fragebogen ausgefüllt und dabei bestätigt, dass das Haus in den nächsten Jahren nicht abgerissen werde. Leider habe der Kanton keine rechtliche Handhabe, um das investierte Geld zurückzufordern.

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