Die Aufwertung der Zentralstrasse ist der CVP Wohlen schon lange ein Anliegen – nun fordert sie per Motion, dass der Gemeinderat beim zuständigen Regierungsrat den Druck verstärkt. Die Abteilung Tiefbau (ATB) priorisiere eigenmächtig andere Projekte, was den kommunalen Beschlüssen und der Finanzplanung widerspreche. Das Projekt komme nicht vom Fleck, und das sei für die CVP nicht hinnehmbar, heisst es in der Begründung.

Im Mai 2016 wollte der damalige Einwohnerrat Franz Wille vom Gemeinderat über den Stand der Arbeiten informiert werden, dieser hatte die Fragen teilweise an die ATB weitergereicht: «Das Projekt ist äusserst anspruchsvoll und verlangt Zeit für die Abstimmung aller Interessen», hiess es im Dezember 2016. Auch der Gemeinderat betonte aber damals in seiner Antwort, dass für ihn die Aufwertung des Zentrums von grosser Bedeutung sei, er strebe eine rasche Umsetzung an. «Von einer ‹raschen Umsetzung› kann indes nicht die Rede sein», kritisiert nun die CVP. Seit der grossmehrheitlichen Genehmigung des Projekts durch den Einwohnerrat seien schon sieben Jahre vergangen, eine Realisierung trotzdem noch lange nicht in Sicht.

Die Schuld sieht die CVP bei der ATB: «Die CVP anerkennt die bisher fruchtlosen Bemühungen des Gemeinderates und sieht die Verantwortung für die Verzögerung beim Kanton.» Im kantonalen Strassenbauprogramm 2017 seien für Wohlen keine Projekte verzeichnet. Im kantonalen Aufgaben- und Finanzplan 2017–2020 finde sich nur ein Wohler Strassenbauprojekt, dieses betreffe die Nutzenbachstrasse. «Die ATB spricht nun plötzlich davon, dass andere Sanierungsprojekte dringlicher seien», heisst es weiter. «Auch der ATB muss bekannt sein, dass die Umsetzung des Projekts Zentralstrasse früher vorgesehen war.»

«Persönlich intervenieren»

Die Kritik an der ATB fällt scharf aus: «Die eigenmächtige Priorisierung durch eine kantonale Amtsstelle – über die Köpfe der Wohler Einwohnerschaft, also der Direktbetroffenen, und gegen erklärte Absichten, Beschlüsse und Planungen unserer Gemeinde – ist inakzeptabel und darf nicht hingenommen werden», schreibt die Partei. Der Gemeinderat wird aufgefordert, beim zuständigen Regierungsrat persönlich zu intervenieren, «damit der planerische Knoten in der ATB endlich gelöst wird».