Wohlen

Kantischüler wagen einen Blick in die Zukunft: Gibt es bald autofreie Grossstädte?

Am Thementag nahmen alle Schüler der dritten und vierten Klasse teil.

Am Thementag nahmen alle Schüler der dritten und vierten Klasse teil.

Anlässlich des Thementages «Zukunft Schweiz» referierten zahlreiche Fachleute an der Kantonsschule. Die Forscher erklärten interaktiv den Schülern die Zukunftsszenarien, welche von Technologien oder dem Klimawandel abgeleitet werden können.

Die Zukunft steht in den Sternen. Sie ist kein Faktum, nichts Fassbares und auch nur beschränkt planbar. Die Zukunft genau vorauszusagen, ist wissenschaftlich nicht möglich. Dessen ist sich auch der Zukunftsforscher Cla Semadeni bewusst, der am vergangenen Donnerstag den Thementag «Zukunft Schweiz» an der Kantonsschule Wohlen mit einem Referat eröffnete.

In seiner Position als Co-Präsident des Vereins Swissfuture befasst er sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt mit Szenarien, die aufzeigen sollen, wie sich die Welt in den kommenden Jahren verändern könnte.

Die Zukunft als Wissenschaft

Bei seiner Forschung verlässt sich Semadeni jedoch nicht auf Kristallkugeln und Kaffeesätze, sondern auf aktuelle Studien und Statistiken. Eine klare Antwort darauf, wie unser Leben in einigen Jahrzehnten aussehen könnte, hat aber auch er noch nicht gefunden: «Es gibt nicht nur die eine Zukunft – es gibt verschiedene Zukünfte. In der Zukunftsforschung versuchen wir, unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren realistische Szenarien zu entwickeln, wie sich unser Leben verändern könnte.»

Bei dieser Arbeit orientieren sich Semadeni und seine Kollegen beispielsweise an medizinischen und technologischen Entwicklungen, aber auch an demografischen Veränderungen und am Klimawandel.

Workshops jeweils sehr interaktiv

Für einmal leiteten am vergangenen Donnerstag nicht Lehrer den Unterricht an der Kanti, sondern externe Fachleute aus verschiedenen Branchen. Insgesamt wurden 16 Kurse angeboten, die immer auch interaktive Teile beinhalteten. So simulierte beispielsweise der Visionär Jens Martignoni zusammen mit den Workshopteilnehmern ein geschlossenes Gesellschaftssystem, in welchem mit einer fiktiven Währung «Q» gehandelt wird.

Im nachfolgenden kritischen Gespräch diskutierten die Schüler angeregt über allfällige Schwachstellen, aber auch über die Chancen einer solchen Komplementärwährung.

Ebenfalls auf Begeisterung stiess Philippe Kochs Vision von autofreien Grossstädten. Dadurch soll nicht nur die Lebensqualität in den Städten verbessert, sondern auch die Umwelt geschützt werden.

Neben den bevorstehenden Entwicklungen im Bereich der Bildung diskutierten die Schülerinnen und Schüler unter anderem auch das Wohnen in der Zukunft, die Möglichkeiten und die Gefahren der digitalen Revolution und das Verhältnis zwischen der Schweiz und Europa.

«Wir wollten zum Dialog anregen»

Die Organisatoren haben sich sehr bewusst für die Thematik der zukünftigen Schweiz entschieden. «Es ist ein wichtiges und teilweise auch sehr dringliches Thema, welches uns gleichzeitig aber auch viele Freiheiten bei der Planung liess», sagt Initiator Matthias Schwank, Geschichtslehrer an der Kantonsschule Wohlen, zur Themenwahl.

Mit Matthias Bossart, Doran Grubacevic und Matthias Gisi waren ausserdem drei weitere Lehrpersonen aus den Fachschaften Geografie, Philosophie und Wirtschaft an der Organisation beteiligt. «Es war uns wichtig, viele verschiedene Aspekte zum Thema Zukunft zu beleuchten und auch zum Dialog anzuregen. Es sollte für jeden etwas dabei sein», sagt Schwank.

Die Entscheidung, welchen Kurs sie besuchen wollten, konnten die Schüler jeweils selbst treffen. Ob ein Thementag in dieser Form wiederholt wird, steht derzeit noch in den Sternen – das wird wohl erst die Zukunft zeigen.

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