Bünzen/Muri

Kampf gegen Mikroverunreinigungen: ARA Chlostermatte schliesst mit Muri zusammen

Die ARA Chlostermatte (Bild) wird mit der ARA Muri zusammengeschlossen. ES

Die ARA Chlostermatte (Bild) wird mit der ARA Muri zusammengeschlossen. ES

Die Abwasserreinigungsanlage Chlostermatte in Bünzen muss ab 2025 mit der ARA Muri zusammenschliessen. So werden Mikroverunreinigungen aus dem Wasser geholt.

Würde das Abwasser von Bünzen nach der Fliessrichtung geführt, würde es in die ARA Wohlen gelangen. Gemäss Planung des Kantons wird das Abwasser aus der ARA Chlostermatte ab 2025 allerdings gegen die Fliessrichtung nach Muri in die dortige Abwasserreinigungsanlage geleitet. «Aufgrund der Studie im Einzugsgebiet Bünztal hat sich der Anschluss der ARA Chlostermatte nach Muri als die geeignetere Lösung bezüglich Machbarkeit und Kosten erwiesen», stellt Reto Bannier, Fachspezialist Abwasserreinigung beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt, fest.

Pumpdruckleitungen müssten in beide Richtungen erstellt werden. Einen analogen Fall gibt es im oberen Freiamt bereits, verweist Bannier auf den Zusammenschluss der ARA Mühlau mit Sins. Auch hier wird das Abwasser entgegen der Flussrichtung der Reuss gepumpt. Nötig wurde der Zusammenschluss auch hier, um den Gewässerschutzvorgaben gerecht zu werden.

Zwei Drittel der Kläranlagen im Aargau können das Problem der Mikroverunreinigungen durch einen Anschluss an eine grössere Anlage lösen, die anderen müssen technisch aufrüsten. Mikroverunreinigungen im Trinkwasser stammen aus unzähligen Produkten des täglichen Gebrauchs. Insbesondere hormonaktive Stoffe, Medikamente und deren Abbauprodukte, Kosmetika, Pflanzen- sowie Materialschutzmittel können bei Fischen und anderen Wasserlebewesen Schädigungen hervorrufen und auch für den Menschen nachteilige Wirkung haben.

Diese organischen Spurenstoffe beeinträchtigen schon in sehr tiefen Konzentrationen die Wasserqualität. Mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe, die das Abwasser mit Ozon versetzt, können diese Mikroverunreinigungen entfernt werden.

Langjährige Anlagen

Die ARA Chlostermatte wurde 1984 in Betrieb genommen, der letzte Ausbau stammt von 1997. Erweiterungen zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen wurden keine vorgesehen, weil der Zusammenschluss schon seit einiger Zeit in der Diskussion steht.

Die ARA Muri wiederum wurde 1970 eingeweiht und reinigt auch die Abwässer der Gemeinden Buttwil und Geltwil. 1996 wurde die Anlage technisch massiv ausgebaut, um einerseits den Schutzvorschriften für die Gewässer Genüge zu tun und andererseits den wachsenden Einwohnerzahlen anzupassen.

Mit der Sanierung übertrug die Gemeinde Muri die Betriebsführung der ARA dem EW Muri, später dem Nachfolgeunternehmen Energie Freiamt (EFA) AG, welche mit der Nutzung der Abwassertemperatur im Auslauf der ARA ein Fernwärmenetz betreibt. 2015 ging die Führung der ARA wieder an die Abteilung Bau und Planung der Gemeinde Muri zurück.

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