Kampf gegen Abfall
Die Stadt Bremgarten erhält ein Label gegen Littering: «Leute sollen sensibilisiert werden»

Im öffentlichen Raum nimmt das Littering, der achtlos weggeworfene Abfall, immer mehr zu. Die Stadt Bremgarten will stärker dagegen kämpfen und hat nun das No-Littering-Label beantragt und erhalten.

Marc Ribolla
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Oliver Burgunder (Leiter Werkhof), Daniel Sommerhalder (Stadtrat) und Walter Beer (Tiefbau) bei der Präsentation des No-Littering-Labels der IGSU für die Stadt Bremgarten.

Oliver Burgunder (Leiter Werkhof), Daniel Sommerhalder (Stadtrat) und Walter Beer (Tiefbau) bei der Präsentation des No-Littering-Labels der IGSU für die Stadt Bremgarten.

Marc Ribolla

Der Boden des kleinen gepflasterten Plätzchens am Bremgarter Augraben mit seinen Sitzbänken ist mit dutzenden Zigarettenstummeln übersät. Obwohl keine drei Meter daneben ein öffentlicher Abfallbehälter platziert ist. Ausserdem liegen Reste von Zigarettenschachteln achtlos herum.

Solche Anblicke möchte die Stadt Bremgarten bekämpfen. Der zuständige Stadtrat Daniel Sommerhalder sagt:

«Das Thema Littering ist in Bremgarten Jahr für Jahr immer grösser geworden. Speziell seit der Coronapandemie vor allem in der wärmeren Jahreszeit.»

Unter Littering verstehe man das achtlose Wegwerfen des Abfalls.

Um diese Thematik anzugehen, entschied sich die Stadt fürs No-Littering-Label der Interessengemeinschaft Saubere Umwelt (IGSU), des Schweizerischen Kompetenzzentrums gegen Littering. Sie hat das Label kürzlich beantragt und nun auch erhalten.

«Dazu mussten wir einen Anforderungskatalog erfüllen und ein Leistungsversprechen abgeben. Das ganze Label ist kostenlos. Grundsätzlich zeigen wir damit, dass Littering bei uns nicht akzeptiert wird», erklärt Sommerhalder.

100 bis 150 Stellenprozent für die Abfallbewirtschaftung

Werkhof-Leiter Oliver Burgunder erläutert: «In der Kernzone leeren wir die Abfallkübel werktags täglich und auch am Samstag. In Stadtnähe und an gewissen Hotspots wie der Promenade bis zu dreimal wöchentlich. An der Promenade haben wir zudem zusätzliche Kübel aufgestellt.» Burgunder schätzt den Aufwand des Werkhofs für die Abfallbewirtschaftung auf rund 100 bis 150 Stellenprozente.

Als Massnahme gegen das Littering unterstützt die Stadt unter anderem Vereine oder Private, die eigene Sammelaktionen lancieren, sie stellt Plakate auf oder macht am nationalen Clean-up-Day am 18. September mit. Sommerhalder sagt:

«Die Leute sollen sensibilisiert werden. Ich sage immer, man kann den Abfall auch selbst wieder heim nehmen.»

Bremgarten sei eine schöne Stadt, es tue ihm im Herzen weh, wenn sie mit Abfall verschandelt wird.

Massnahmen wie Bussen, die theoretisch möglich wären, seien schwierig umzusetzen. Die Regionalpolizei müsste den Verursacher in flagranti erwischen, was praktisch unmöglich sei. Sommerhalder hofft auf verständnisvolle Leute und den Effekt des No-Littering-Labels. Ihm ist aber bewusst:

«Das Littering wird nicht ganz verschwinden, aber hoffentlich reduziert.»