Die Zahl acht ist seine Glückszahl, überhaupt scheint sie in Traugott Schweglers Leben Programm zu sein. Kurz nach 22.30 Uhr wurde der Mann aus Stetten mit Jahrgang 1948 in Wohlen zum neuen Ehrenkammerer 2018 gewählt. Er erklärte in seiner Antrittsrede, dass er sich unglaublich freue und stolz sei, am 10. Februar den 188. Kammerball im Casino Wohlen eröffnen zu dürfen. Der höchste Wohler Fasnächtler entschuldigte sich aber auch bei seinen Kameraden dafür, dass er sie so brandschwarz anlügen musste, ist doch die Nominierung zum Ehrenkammerer eines der bestgehüteten Geheimnisse im Dorf.

Wie Peter Michel, Präsident der Kammergesellschaft, erklärte: «Traugi hat schon so viel für die Kammergesellschaft getan. Obwohl er erst seit 2014 Mitglied ist, war er beim Wagenbau für den Umzug mit seiner zupackenden Art immer eine wertvolle Unterstützung und hat sich sein Amt mehr als verdient.»

Die Töff-Leidenschaf macht es aus

Jeder Ehrenkammerer bekommt einen persönlichen Beinamen, der entweder etwas mit seiner beruflichen Tätigkeit, seinem Hobby oder der Herkunft zusammenhängt. Da Schwegler eine Affinität zu allem hat, was einen Motor und möglichst viele PS hat und Besitzer von fünf Motorrädern ist, lag der Namenszusatz «. . . de Biker» auf der Hand. So fragte der Zeremonienmeister Pascal Gregor auch das Publikum, wer wohl der beste Motorradfahrer im Saal sei, und schon fiel das Scheinwerferlicht auf Traugott Schwegler und seine Ehefrau Helena. Sie wird ihn jetzt ein Jahr lang in all seinen repräsentativen und ehrenamtlichen Aufgaben begleiten und unterstützen. Schon 28 Jahre sind die beiden verheiratet.

Die Kammergesellschaft Wohlen hat Traugott Schwegler zum neuen Ehrenkammerer gewählt

Die Kammergesellschaft Wohlen hat Traugott Schwegler zum neuen Ehrenkammerer gewählt

«Ich bin ein Mann, der Traditionen ehrt, aber auch offen ist für Neues – und wisst ihr was? Ich habe bereits zwei Rekorde gebrochen: Ich bin der älteste, der je in die Kammergesellschaft aufgenommen wurde und der älteste Ehrenkammerer der je gewählt worden ist – einer muss es ja sein», meint Traugi de Biker. Bevor der neue Ehrenkammerer inthronisiert werden konnte, musste der Scheidende seinen Umhang und sein Zepter abgegeben. Vorgänger «Fredy de Fürig» wollte dies aber nur ungern tun und versteckte sich hinter dem Thron, um seiner Entmachtung zu entgehen. In seiner Abschiedsrede wurde deutlich, dass er gerne noch ein Jahr angehängt hätte, so gut hat es ihm gefallen. Eine Anekdote vom Anfang seiner Amtszeit brachte das Publikum zum Lachen, hatte er doch an einem Anlass sein Zepter vergessen und musste dieses später mit ein paar Jägermeister als Lösegeld zurückfordern.

Wie Präsident Peter Michel erklärte, verspricht die Fasnacht 2018 sensationell zu werden, ist doch das Motto «Chly Paris» vielversprechend. Ganz besonders stolz ist er auf den Wagen, der getreu dem obigen Leitspruch nach dem Sujet «Moulin Rouge» für die Tour de Wohlen und den Umzug gestaltet wird. Dieses Jahr gebe es ein regelrechtes Schlachtschiff von 14 Metern Länge.