Wohlen
Kamera statt Publikum: Das Playback-Theatertreffen findet virtuell statt

Das Playback-Theatertreffen findet in Wohlen am Wochenende virtuell statt.

Marc Ribolla
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Ein Teil des Freiämter Theater-Ensemble gehdicht.ch in Aktion.

Ein Teil des Freiämter Theater-Ensemble gehdicht.ch in Aktion.

zvg

«Das Ganze wird ein Experiment für alle Beteiligten werden, wir haben so etwas in dieser Form noch nie gemacht», sagt Mathias Schiesser. Der Sarmenstorfer ist Teil des Freiämter Vereins gehdicht.ch, der ursprünglich an diesem Wochenende ein Playback-Theatertreffen in Wohlen organisieren wollte. Rund 150 Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum hätten sich im Freiamt getroffen. In der Schweiz fand das jährlich stattfindende Treffen zuletzt vor zehn Jahren in St.Gallen statt. Nun hatten sich die Freiämter der Aufgabe angenommen.

Das ganze Rahmenprogramm inklusive Führung im Wohler Strohmuseum und andere Aktivitäten waren seit Monaten ebenfalls aufgegleist. Doch aus bekannten Gründen sind solche grösseren Veranstaltungen zurzeit nicht möglich. Ganz aufgeben kam für das zehnköpfige Ensemble aber nicht in Frage. Darum wurde das Programm angepasst und wird nun online durchgeführt.

Im Livestream direkt aus dem Wohler Chappelehof

Heute Freitagabend findet der Eröffnungsanlass von 19 bis 21 Uhr statt, morgen zur gleichen Zeit eine Schlussaufführung. Beides wird via Livestream direkt aus dem Wohler Chappelehof übertragen. Dazwischen gibt es am Samstagmorgen und -nachmittag diverse Zuhörstunden und Workshops. Bei den Livestreams kann man sich als Zuschauer einfach reinklicken, für die Workshops ist eine Anmeldung nötig.

Worum handelt es sich bei einem Playback-Theater überhaupt? Mathias Schiesser erklärt: «Das Ensemble, das im Normalfall aus vier Schauspielenden, einem Musiker und einem Moderator besteht, greift Erlebnisse aus dem Leben des Publikums auf und setzt diese Geschichte auf der Bühne um.»

Es braucht also enorm viel Improvisation, denn die Darsteller legen unmittelbar los und können sich nicht untereinander absprechen. Schiesser ist oft als Musiker dabei. «Die Musik schafft eine Atmosphäre und eine Rhythmik. Sie gibt der gespielten Geschichte eine Struktur», erzählt er. Das eingangs erwähnte Experiment bezieht sich auf die Aufführung ohne Zuschauer. Im Livestream erhalten die Akteure die Stichworte nur virtuell ohne Kontakt zu den Menschen. «Das ist für uns neu. Wir sind gespannt, wie es ist, quasi ins luftleere Publikum im Chappelehof zu spielen», sagt Mathias Schiesser.

Gerade in der Sparte des Playback-Theaters sei der Austausch mit den Zuschauern von Bedeutung. Ob das Experiment gelingt, wird sich zeigen. Die Akteure von gehdicht.ch sind jedenfalls bereit. «Wir freuen uns trotz gemischter Gefühle. Denn einerseits bedauern wir, dass die Menschen nicht präsent sein können, andererseits sind wir froh, dass wir so dennoch etwas darbieten können», sagt Schiesser.

Hinweis

Weitere Infos auf www.playbacktheatertreffen2020.gehdicht.ch

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