Der Arbeitsdruck auf dem Bau ist auch im Winter hoch: Trotz Minustemperaturen, Schnee und Eis müssen viele Bauarbeiter wegen Termin- und Kostendruck oft weiter im Freien arbeiten. «Damit gefährden die Bauunternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter», hält die Gewerkschaft Unia in einer Mitteilung fest. Aus diesem Grund hat sie sich unter anderem in Wohlen dafür eingesetzt, dass eine Baustelle – zumindest was die Arbeiten im Freien betrifft – während der momentanen frostigen Temperaturen im wahrsten Sinn des Wortes auf Eis gelegt wird.

Auf der Baustelle an der Bullenbergstrasse nahe der Lidl-Filiale, wo mehrere Reiheneinfamilienhäuser erstellt werden, hat die Unia «besonders prekäre Arbeitsbedingungen festgestellt». Zum Schutz der betroffenen Bauarbeiter intervenierte die Gewerkschaft beim zuständigen Bauunternehmen, der Otto Notter AG in Wohlen. Diese stellte darauf alle Bauarbeiten im Freien ein, teilte die Gewerkschaft gestern mit.

«Die Unia Aargau begrüsst den Entscheid der Otto Notter AG. Damit trägt die Firma zum Gesundheitsschutz ihrer Angestellten bei», teilt die Gewerkschaft mit. Von der Otto Notter AG war gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Vorbild für andere Baufirmen

Die Unia Aargau fordert nun alle Baufirmen der Region auf, diesem Beispiel zu folgen. Die Gesundheit der Bauarbeiter dürfe nicht finanziellen Interessen untergeordnet werden. «Das gilt umso mehr, als die Bauunternehmen einen wetterbedingten Arbeitsausfall bei der Schlechtwetterversicherung geltend machen können», hält die Gewerkschaft fest.

Die Unia Aargau werde wegen der anhaltend tiefen Temperaturen in den kommenden Tagen ihre Präsenz auf den Baustellen intensivieren und wo nötig zum Schutz der Bauarbeiter bei den Bauunternehmen intervenieren, kündigt sie an.