Mühlau

Kaderkurs: Hier löscht der ganze Kanton Aargau

Die Feuerwehrmänner kämpfen sich zur Gasflamme vor. kob

Die Feuerwehrmänner kämpfen sich zur Gasflamme vor. kob

80 Feuerwehrleute wurden am Kaderkurs in Brandbekämpfung und im Rettungsdienst geschult. Und sie lernten, wie man Übungen leitet. Am einwöchigen Kaderkurs nahmen Feuerwehrangehörige aus dem ganzen Kanton teil.

Eine helle Flamme schiesst aus dem Rohr. Die Feuerwehrleute richten den breit gefächerten Wasserstrahl auf die Flammen – nicht um sie zu löschen, sondern um sie wegzudrücken. Denn das Feuer, auf das sich die Männer rasch zubewegen, ist eine Gasflamme.

«Ziel ist es, an den Gashahn zu kommen und ihn zuzudrehen – würde man nur die Flamme ausmachen, würde das Gas weiter austreten und es würde sich ein explosives Gemisch bilden, von dem wir nicht sehen, wohin es sich bewegt», sagt Thomas Meyer von der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV).

Führungskräfte gefragt

Am einwöchigen Kaderkurs in Mühlau nehmen 80 Feuerwehrangehörige aus dem ganzen Kanton teil. Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer werden nicht nur in Brandbekämpfung und Rettungsdienst ausgebildet – sie müssen ihr Wissen in Zukunft als Chef einer Gruppe in ihren Feuerwehren weitervermitteln.

Der Kurs beinhaltet zwei Teile. Im Vorbereitungskurs wurde jedem Teilnehmer eine Lektion zugeteilt, die er zu Hause vorbereiten musste. Die Musterlektion eines Klassenlehrers diente dabei als Vorlage. Zudem konnten in einem Materialparcours verschiedenste Feuerwehrgeräte kennen gelernt werden.

Im Hauptkurs mussten die künftigen Gruppenführer dann nicht nur ihre vorbereitete Lektion halten, sondern lernten auch, eine Gruppe im Einsatz zu führen. In diesem Jahr seien die Kurse bereits ausgebucht, sagt Thomas Meyer.

«Wir bilden jährlich 240 Gruppenführer aus.» Kursleiter Ruedi Indermühle ist besonders zufrieden: «Die Teilnehmer sind sehr motiviert und äusserst pünktlich.

Ausserdem haben sie viele Notizen gemacht», sagt er und merkt mit einem Schmunzeln an: «Manchmal nähme es mich wunder, was es da alles aufzuschreiben gibt.»

Feuerschäden nehmen langfristig ab

Peter Schiller, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung der AGV, präsentierte Zahlen zu den Schäden vom letzten Jahr. Rund 800 Schadenfälle sind durch Feuer entstanden, gekostet haben sie die AGV insgesamt 27,5 Millionen Franken.

Die Schadensumme war letztes Jahr mit 19,3 Millionen deutlich tiefer, es sei aber normal, dass diese Zahl von Jahr zu Jahr etwas variiere, sagte Schiller. Im langjährigen Vergleich nehme sie ab.

Anders sieht das bei den Elementarschäden aus, die zum Beispiel durch Hochwasser oder Hagel entstehen: «Sie haben eine gegensätzliche Entwicklung», so Schiller.

Letztes Jahr war die Schadensumme mit etwa 23 Millionen Franken allerdings wesentlich geringer als im Vorjahr: Da beliefen sich die Schäden auf 177 Millionen Franken.

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