«Damit erfüllt sich ein Traum, ein Kachelofen ist untrennbar mit meiner Kindheit verbunden», sagt Käppeli. Der Kachelofen war meist die einzige Wärmequelle, während in der Stube die Freiämterinnen mit der Strohflechterei ihren wichtigen Nebenerwerb nachgingen.

Im Innern des Ofens, der mit dem Feuer aus der Küche erhitzt war, wurden jeweils die Chriesisteinsäcklein gewärmt, in der Schublade unter dem Ofen lagerten die Socken der Familie.

Kacheln von 1800

Der Kachelofen im Postlonzihus war bis 1970 im Engelhof Merenschwand eingebaut. Die unteren Kacheln, aus der Hafnerei Notter in Boswil, sind von 1800, diejenigen der oberen Reihe von etwa 1820.

Käppeli hat den Ofen selber aufgebaut, «wahrscheinlich nicht ganz perfekt, aber er muss ja auch nicht brauchbar sein.» Ebenso hat er ein Inventar über die in Merenschwand noch vorhandenen Kachelöfen erstellt. Es sind 25 Stück aus verschiedenen Epochen, zum Teil heute noch in bestem Zustand.

Schliesslich will er die gesammelten Ofenkacheln aller wichtigen Freiämter Ofenbauer in einer Glasvitrine zeigen. Er besitzt sogar eine Kachel, die vom berühmten Murianer Alpenmaler Caspar Wolf unterzeichnet ist.

Mehr Video-Clips

Käppeli wird das Museum noch attraktiver machen, indem der die Video-Clips in den einzelnen Abteilungen ausbauen will. «Die Besucherinnen und Besucher mögen in der Regel keine Texte lesen, aber einen kurzen Film nehmen sie gerne.»

So kann man heute schon verschiedene frühere Handwerke sehen und dank kurzen Filmen einen Blick in die letzte Merenschwander Bäckerei, in den alten Coiffeursalon in Birri oder auf eine traditionelle Hausmetzgete werfen. Das Postlonzihus beginnt sich zudem auf alte Berufe und Handwerke zu beschränken. «Wir hören mit den landwirtschaftlichen Maschinen auf und konzentrieren uns auf das, wo wir gut sind», erklärt Käppeli.

Ortsmuseum als Erfolgsgeschichte

Das Postlonzihus ist eine Erfolgsgeschichte. Es entstand 1987 auf Initiative von Leo Weber und der Kulturkommission Merenschwand. Mit viel Frondienst, vor allem von Josef Küng, Fredy Keusch und Bruno Käppeli, konnte das Museum stetig weiter ausgebaut werden.

Unter anderem sind neben alten Handwerken auch eine Schulstube aus den 50er- Jahren, Nauers Dorflädeli oder das Uhrenatelier von Walter Muff, Muri, zu bewundern. Die Besucherzahlen haben sich denn auch erfreulich entwickelt – und jetzt will Käppeli gezielt Reiseunternehmer anschreiben und sie darauf aufmerksam machen, dass sich ein Zwischenhalt in Merenschwand lohnen würde.