Bremgarten

Jungunternehmer mit grossen Plänen für ihr kleines Youtube

Jesse Vogt (17) und Silvan Stöckli (18) wollen Unzufriedenen mit ihrer Videoplattform www.know-howtv.com eine Perspektive bieten.

Jesse Vogt (17) und Silvan Stöckli (18) wollen Unzufriedenen mit ihrer Videoplattform www.know-howtv.com eine Perspektive bieten.

Zwei junge Freiämter versuchen mit Know-How TV den grossen Wurf – mit einer Videoplattform für Vorträge zur Persönlichkeitsentwicklung. Die geringen Kosten für das Internetunternehmen kommen ihnen entgegen.

Know-how bedeutet ins Deutsche übersetzt: Wissen. Jesse Vogt und Silvan Stöckli sind 17 respektive 18 Jahre alt. Beide haben die Sekundarschule in Bremgarten vor zwei Jahren abgeschlossen. Allzu viel dürften sie also über die Geschäftswelt noch nicht wissen. Dennoch starten die Jungspunde eine Videoplattform für Vorträge zur Persönlichkeitsentwicklung.

Mit Vorurteilen müssten sie sicher rechnen. Keine Frage. «Was uns an Lebenserfahrung fehlt, machen wir mit Elan und unseren Visionen wieder wett», sagen die beiden. Die Gesellschaft denke für ihre Begriffe zu starr in denselben Strukturen: «Den Unzufriedenen wollen wir eine neue Perspektive bieten», sagt Jesse Vogt.

«Denn nur wer tut, ist wirklich gut»: Jesse Vogt und Silvan Stöckli stellen ihre Startup-Idee vor.

«Denn nur wer tut, ist wirklich gut»: Jesse Vogt und Silvan Stöckli stellen ihre Startup-Idee vor.

Know-How TV als Auffangbecken der Suchenden? Silvan Stöckli verneint: «Sehr viele Referenten haben eine riesige Lebenserfahrung.» Von dieser könnten alle profitieren: Jung und Alt – in jeder Lebenssituation. «Wir wollen den Leuten einen Weg zu ihrem Selbst zeigen», sagt Vogt, «damit sie sich in ihrer Persönlichkeit entwickeln können.»

Spezifischer als Youtube

Die Idee an sich erinnert auf den ersten Blick stark an die Videoplattform Youtube, wo bereits heute eine Vielzahl von Referenten ihre Vorträge aufschalten und sich mit eigenen Videokanälen selbst vermarkten. «Youtube ist gross, für viele Referenten und Benutzer zu gross», meint Jesse Vogt. Bei ihnen würde man einfacher fündig. Ein weiterer Unterschied zu Youtube: «Es werden vorerst nur Downloads möglich sein», sagt Vogt. Alles andere sei anfangs zu teuer. Apropos Geld: «Wir haben einen Bewertungsraster, womit wir die Preise festlegen werden.»

Ein Faktor sei dabei die Länge. «Bei Filmen zwischen 30 und 60 Minuten reden wir von etwa 20 Franken pro Einzeldownload.» Die Preise seien allerdings noch nicht in Stein gemeisselt. Auch die Referenten würden profitieren. Ein Anteil am Verkaufspreis ermögliche ihnen ein regelmässiges Passiveinkommen. Ob das alles so klappt, muss sich in der Realität allerdings erst noch weisen.

Qualität vor Quantität

Die Website kommt zurzeit noch sehr rudimentär daher. Schliesslich hätten sie erst im Dezember begonnen. «Wir stehen noch am Anfang», sagt Silvan Stöckli dann auch. Sie befänden sich zurzeit in intensiven Verhandlungen mit einigen Referenten. «Einen konnten wir bereits für unser Vorhaben begeistern.»

«Schicksal als Chance» sei der Titel des Vortrages. Welcher dicke Fisch den beiden da ins Netz gegangen ist, bleibt aber vorerst geheim. Es brauche einen gewissen Grundstock an Partnern, bevor sie die Plattform lancieren könnten. «Sobald wir uns etwas etabliert haben, wollen wir uns auch in der Breite verbessern», sagt Stöckli.

Weitere Dienstleistungen seien vorerst keine geplant. «Die Idee, Live-Streaming zu machen, ist ein Zukunftsthema», sagt Jesse Vogt. Da aber auch nur für besondere Tagungen ab einer gewissen Grösse. «Wir müssen uns auf ein Nischendasein einstellen.»

Auf zu neuen Märkten

Persönlichkeitsentwicklung sei in allen Lebenslagen wichtig. Schliesslich bedeute Leben ständige Veränderung. «Wir peilen den gesamten deutschsprachigen Raum an», sagen sie; als Langzeitziel versteht sich. Trotz aller Stolpersteine, die auf dem Weg zum Erfolg warten: Sie blicken optimistisch in die Zukunft. Es sei am Anfang wichtig, mit Internetmarketing via Google und Facebook bekannter zu werden.

«Wir erhoffen uns auch durch die Referenten bessere Reichweiten», sagt Vogt. Die Finanzierung soll für die Jungs kein Problem sein. «Wir versuchen, alles in Eigenleistung zu realisieren», sagt Vogt, der Vollzeit am Projekt arbeitet. Die geringen Kosten für ein Internetunternehmen kämen ihnen natürlich entgegen. Auch Ratschläge von Verwandten würden weiterhelfen.

Den Slogan haben sie bereits: Wissen auf Knopfdruck. Leider stellt sich Erfolg aber nicht auf Knopfdruck ein. «Wir sind ambitioniert, wissen aber, dass die Geschäftsidee noch nicht bis ins Detail ausgereift ist», Es bleibt noch sehr viel zu tun. Oder wie die beiden in ihrem Video sagen: «Denn nur wer tut, ist wirklich gut.»

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