«Nur schon, dass er bereit ist, in dieses Loch zu hocken, zeigt, was für eine Lebenseinstellung der junge Mann hat», zitiert der «Reussbote» den erbosten Tägeriger Gemeindeammann Matthias Moser.  

Die Rede ist von einem jungen Mann, der vor etwas mehr als einem Jahr mit seiner 18-jährigen Freundin nach Tägerig in eine 2,5-Zimmer-Wohnung zog. Sogleich beanspruchte das junge Paar Sozialhilfe. Über Monate erhielten die beiden von der Gemeinde monatlich 2650 Franken Sozialhilfe, die auch einen Zuschuss an die Miete in Höhe von 800 Franken beinhaltete.

Miete nicht bezahlt

Bald schon blieb das Paar die Miete aber schuldig und der Vermieter kündigte den Vertrag. Der junge Mann sprach nach dem Rauswurf bei der Gemeindekanzlei vor und bat um Hilfe bei der Wohnungssuche.

Damit überspannte er den Bogen: «Das sprengt aber eindeutig den Rahmen der immateriellen Hilfeleistung», sagt Gemeindeschreiber Rolf Meier zum «Reussboten». Und so hat die Gemeinde den Sozialhilfebezüger kurzerhand in der Zivilschutzanlage beim Schulhaus untergebracht.

Fehlende Kooperation und Klage gegen Kürzung

Bei der Gemeinde Tägerig ist man mit der Geduld schon länger am Ende: Wegen fehlender Kooperation hatte sie dem jungen Mann zuvor schon die Sozialhilfebezüge gekürzt. Daraufhin nahm dieser die Hilfe eines vom Kanton gestellten Anwaltes in Anspruch und klagte. 

Diese Klage ist seit Längerem beim Rechtsdiensts des kantonalen Sozialdienstes hängig. «Wir werden seit Monaten vertröstet», beklagt sich Gemeindeammann Moser im «Reussboten». Wenn es nach ihm ging, dann würde der junge Mann nur noch Essen gegen Arbeit bekommen.

Zuletzt wandte sich Moser gar direkt an die zuständige Regierungsrätin Franziska Roth, Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales (DGS). Denn es könne nicht sein, dass die Gemeinde derweil einfach weiterhin Sozialhilfegelder bezahle. «Das sind Steuergelder», so Moser, «mit denen haben wir sorgsam umzugehen».  Die Aargauer Sozialministerin indes sicherte zu, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

Doch bis auf Weiteres muss dem jungen Mann die Sozialhilfe weiter ausbezahlt werden. Einzig der Wohnungszuschuss von 800 Franken durfte ihm gestrichen werden. Wie lange aber die Zivilschutzräume sein Zuhause sein werden, ist noch offen. (edi)