Wohlen
Junge Grüne bezeichnen Andreas Glarner als Rassisten

«Mit ihren rassistischen Wahlplakaten hat die SVP Bezirk Bremgarten unter der Federführung von Andreas Glarner den Bogen des Erträglichen ein weiteres Mal überspannt», halten die jungen Grünen Aargau in einer Mitteilung fest.

Fabian Hägler
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Drei junge Grüne kritisieren SVP-Slogans: Irène Kälin (Grossrätin), Ömer Oral (Präsident) und Sebastian Knecht (Vorstandsmitglied) vor dem überklebten Wahlplakat am Wohler Bahnhof.

Drei junge Grüne kritisieren SVP-Slogans: Irène Kälin (Grossrätin), Ömer Oral (Präsident) und Sebastian Knecht (Vorstandsmitglied) vor dem überklebten Wahlplakat am Wohler Bahnhof.

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Bei der BD-Haltestelle am Bahnhof Wohlen klebten die jungen Grünen Aargau deshalb am Sonntagmorgen den Slogan «Glauben Sie, dass heute ein Rassist in den Grossen Rat gewählt wurde?» quer über ein SVP-Plakat.

Die Jungen Grünen Aargau finden es laut ihrer Mitteilung «unhaltbar, dass eine Partei unter Federführung des altgedienten SVP-Grossrats Andreas Glarner mit diskriminierenden Wahlplakaten öffentlich und undifferenziert Ausländer diffamiert. Die junge grüne Grossrätin Irène Kälin, die am Sonntag wiedergewählt wurde, sagt: «Diese Plakate sind für mein Verständnis rassistisch und bringen nichts weiter auf den Punkt, als die Lust der SVP, auf Kosten der Schwächsten einen populistischen Wahlkampf zu betreiben.»

«Schwarze pauschal kriminalisiert»

«Ich hätte Andreas Glarner niveauvoller eingeschätzt», sagt Ömer Oral, der Präsident der Jungen Grünen Aargau. Er führt aus: «Eine solche plakative Diskriminierung kriminalisiert Schwarze pauschal.» Andreas Glarner habe durch seine Funktion als Grossrat eine moralische Verantwortung gegenüber dem Kanton Aargau. Oral betont: «Solche diskriminierenden und rassistischen Äusserungen sind unseres Kantons nicht würdig.»

Ausländische Arbeitskräfte seien massgebende Stützen der Wirtschaft - auch im Aargau. Die Forderung nach Ausschaffung richte sich aus Sicht von Ömer Oral nicht nur gegen Flüchtlinge und Asylsuchende, sondern auch gegen diese Arbeitskräfte. «Diese Plakate sind eine unhaltbare Respektlosigkeit gegenüber all jenen Menschen, die aus dem Ausland zu uns gekommen sind als Arbeitskräfte oder um unseren Schutz zu beantragen, weil sie in ihrem Herkunftsland anLeib und Leben bedroht werden», hält Oral fest.

Angesichts solcher Plakate, wie sie die SVP Bezirk Bremgarten im Wahlkampf einsetzte, sehen sich die Jungen Grünen bestärkt, «dass das Referendum gegen die Verschärfung des Asylgesetzes das einzig Richtige ist.» Dieses richte sich «gegen eine Politik der Marginalisierung und Verunmenschlichung, die im Asylbereich stattfindet und weit über diesen Bereich hinaus geht»,
erklärt Grossrätin Irène Kälin.

Glarner: «Ich bin kein Rassist»

SVP-Fraktionspräsident Andreas Glarner, am Sonntag mit dem besten Resultat im Bezirk Bremgarten wiedergewählt, hält fest: «Ich bin kein Rassist.» Für den Politiker aus Oberwil-Lieli, der seit 2001 im Grossen Rat sitzt, gehören solche Aktionen zum Wahlkampf. «Es ist aus meiner Sicht normal, dass mit harten Bandagen gekämpft wird, in der Politik darf man nicht zu empfindlich sein.» Glarner will sich deshalb auch nicht weiter zu den Rassismus-Vorwürfen der jungen Grünen äussern.

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