Wohlen
Junge Eishockeyspieler kämpften in Wohlen um jeden Puck

Aus allen Ecken der Schweiz reisten junge Eishockeyaner mit ihren Teams zum 25. Moskito-Turnier: Nebst Titelverteidiger HC Gstaad-Saanenland traten auch die Rapperswil-Jona Lakers, die Argovia Stars, der Glarner EC oder der EHC Dübendorf an.

Hanna Widmer
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Voller Einsatz beim Moskito-Turnier auf der Eisbahn in Wohlen.

Voller Einsatz beim Moskito-Turnier auf der Eisbahn in Wohlen.

Hanna Widmer

Frühaufsteher muss man sein: Pünktlich um acht Uhr standen die Spieler des HC Wohlen Freiamt gegen Dübendorf am Samstag für das erste Spiel auf dem Eis. Es war der Auftakt eines Wochenendes mit prall gefülltem Spielplan: Bis nach sechs Uhr abends spielten die Junghockeyaner der acht Mannschaften gegeneinander – gestern Sonntag folgten dann die Zwischen- und Endrunden.

Viel Ausdauer und Einsatz wurde von den Spielern erwartet, die in ihren Teambussen aus allen Ecken der Schweiz, und aus dem nördlichen Italien, anreisten: Nebst Titelverteidiger HC Gstaad-Saanenland traten auch die Rapperswil-Jona Lakers, die Argovia Stars, der Glarner EC, der EHC Dübendorf, La Chaux-de-Fonds und die Varese Killer Bees gegeneinander an.

Was bei den Grossen der Spengler-Cup ist, ist bei den Jungen das Moskito-Turnier.

Dübendorf spielte unfair

Während der dritten Partie am Samstagmorgen stürmten die Spieler von Titelverteidiger HC Gstaad Saanenland gegen den HC La-Chaux-de-Fonds über das Feld. Auf der Zuschauertribüne fieberten Mütter und Väter mit ihren Junioren.

Viel Euphorie war auf jeden Fall vorhanden; am Spielfeldrand brüllte der La-Chaux-de-Fonds-Trainer seinen Zöglingen noch die letzten Anweisungen vor Spielende zu. HC-Wohlen-Freiamt-Trainer Patrick Burket wärmte sich im Restaurant mit einem Kaffee auf.

«Das erste Spiel heute Morgen haben wir haushoch verloren», sagte Burket. Da sie über ein verhältnismässig starkes Team verfügten, sei ihnen dies merkwürdig vorgekommen. Nach Recherchen stellte sich heraus, dass der Gegner Dübendorf unerlaubterweise zu hoch klassifizierte Spieler eingesetzt hatte.

Aus diesem Grund wurde den Wohlern die Partie im Nachhinein doch noch als Sieg angerechnet. Nach 20 gespielten Partien stemmten die Varese Killer Bees jubelnd den Meisterpokal in die Höhe. Auf dem 2. Rang landeten die Rapperswil-Jona Lakers, gefolgt von dem Glarner EC.

Eishockey – ein gefährliches Spiel

Überschattet wurde die Schweizer Eishockeyszene vor knapp einer Woche, als der Oltener Verteidiger Ronny Keller im NLB-Playoff-Spiel gegen Langenthal mit schweren Folgen gegen die Bande gecheckt wurde.

«Wir haben den Vorfall zu Hause thematisiert», sagte die Mutter zweier Hockeyspieler. Für die Kinder sei es wichtig gewesen, über den Unfall zu sprechen, so hätten sie ihn besser verstehen und auch für sich selbst etwas daraus lernen können.

Mit dem Eishockeyspielen aufzuhören, erachte sie als falschen Ansatz. «Auch wenn das Ereignis während des NLB-Playoff-Spiels sehr traurig war, kann man versuchen, das Positive aus der Situation zu ziehen und darüber zu diskutieren: Wo ist der Fehler passiert und wie können solche Unfälle verhindert werden.»

Ein Restrisiko bliebe immer. «Und als Eltern sind wir uns bewusst: So etwas kann immer passieren, auch bei jüngeren Spielern.» Schön sei gewesen, wie die betroffene Mannschaft mit dem Vorfall umgegangen sei. «Es ist auch gut, wenn die Öffentlichkeit an diesem Prozess teilnehmen und diesen mitverarbeiten kann», gab die Mutter zu denken.

Jugend spielt «körperlos»

Trainer Patrick Burket: «Wir haben den Unfall nicht gross thematisiert.» Was vor allem daran liege, dass bei den Moskitos noch «körperlos» gespielt werde und auf dem Feld ein Checkverbot gelte.

«Wir haben sicher darüber gesprochen, wie man sich allgemein während eines Matches richtig verhält. Das ist während der ganzen Saison ein Thema.» Es gehe darum, Spass am Spiel zu haben und gar nicht unbedingt ums Gewinnen.

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