Der Jugend Circus Biber spinnt sein neues Programm «Uf dä Chrütlialp» rund um die Frage: Was wäre, wenn unsere Kühe streiken würden? Für einmal zeigen sich Szenen einer Wirtschaftskrise bunt und unterhaltend: Zwei auf der Chrütlialp gestrandete Wanderinnen geraten mitten in den Kuhstreik. Die Kühe fordern saubere Ställe, mehr Ferien und frischere Kräuter im Mittelland.

Dass sich diese Geschichte hervorragend mit Zirkusnummern verbinden lässt, beweisen die originellen Nummern: Diplomat Globi, der mit den Gewerkschaften verhandelt, fährt mit dem Einrad in der Manege auf. Die Rettungssanitäter der REGA turnen an Leitern unter der Kuppel – sogar zwei Rettungshunde zeigen ihre Kunststücke. Ein Highlight sind die seilspringenden Schneeflocken, die über ihren Seilen zu schweben scheinen. Die verschiedenen Szenarien, die der Streik auslöst, bringen das Publikum an der Premiere immer wieder zum Lachen: So die nervösen Diabolo-Banker oder die Forscher, die auf der Chrütlialp die saftigen Kräuter klonen wollen.

Bewährte Altersdurchmischung

Einen wichtigen Beitrag leistet auch die junge Zirkusband: Souverän spielt sie bekannte Arrangements und schafft so die passende Atmosphäre. Daneben fällt die Musik aus der Konserve ab – und erinnert eher an Turnerabend als an Zirkuspoesie. Nebst der artistischen Leistung beeindruckt die Spielfreude der jungen Zirkuskünstler: Mit Begeisterung lächeln sie ins Publikum, die Wanderinnen überzeugen ausserdem schauspielerisch.

Auch die Altersdurchmischung bewährt sich erneut. Der Zirkus vereint immerhin Primarschüler und Teenager, die am Ende ihrer Berufsausbildung stehen. Ältere und erfahrene Artistinnen stützen die jüngeren. Dass der Zusammenhalt ein wichtiger Teil des Zirkuslebens ist, findet auch der zehnjährige Ronin: « Mir gefällt, dass hier niemand ausgeschlossen wird», sagt er. Ronin steht als Clown in der Manege. «Ich habe mir die Clownnummer viel einfacher vorgestellt», gibt er zu. Man müsse gut schauspielern und daneben viel Text lernen.

Hinter der Aufführung steckt viel Arbeit eines fleissigen Teams. Das Gelingen des Zirkus hängt zum grossen Teil vom Engagement der Eltern ab: Die Väter stellen das Zelt auf, Mütter kochen während der Lager und nähen die Kostüme.

Genügend Zirkusnachwuchs

Der Aufwand zeigt sich auch bei den Umbauten: So muss ein grosses Trampolin auf- und abgebaut werden, Matten werden verlegt und Ringe aufgehängt. Die Stimmung im Zirkusteam sei jedoch stets so gut, dass das Helfen viel Spass mache. Nachwuchsprobleme kennt der Zirkus keine. Es gibt sogar Wartelisten.

Der Zirkus Biber ist noch bis zum 7. September zu sehen. Vorstellungen finden jeweils am Freitag und am Samstag um 19 Uhr sowie am Sonntag um 14 Uhr statt.