Wohlen
Jugendliche versetzen Berge und erhalten goldene Schaufeln

Der Dirtpark konnte an seiner Eröffnung zwar nicht befahren werden, wurde jedoch als Paradebeispiel für gelungene Jugendarbeit gepriesen. «Der Glaube kann Berge versetzen», sagte Gemeinderat Paul Huwiler denn acuh in seiner Eröffnungsrede.

Lisa Stutz
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Florian Bruggisser (l.), Fabian Stähli und Pascal Lund-Jensen. Lisa Stutz

Florian Bruggisser (l.), Fabian Stähli und Pascal Lund-Jensen. Lisa Stutz

«Die drei Jungs haben an den Dirtpark geglaubt, und so wortwörtlich Berge versetzt.» Vor rund drei Monaten befanden sich auf dem Dirtpark-Areal zwischen Skatepark und Niedermatten-Anlage nur einzelne Lehmberge. Die Vorstandsmitglieder des Projekts Fabian Stähli, Pascal Lund-Jensen und Florian Bruggisser haben diese Berge gemeinsam mit dem zuständigen Jugendarbeiter Luca Baldelli zu einem Dirtpark umgebaut, der am Samstag eröffnet wurde. Er besteht aus vier «Lines» in verschiedenen Schwierigkeitsstufen und ist mit dem BMX oder dem Dirtbike befahrbar. «Es war geplant, dass wir heute an der Eröffnung fahren können. Leider geht das wegen des Regens nicht», erklärte Stähli. Das Wetter sei jedoch das Einzige, was seine Stimmung trübe: «Ich blicke auf ein äusserst gelungenes Projekt zurück.»

Zum Siegerprojekt gewählt

Auch Arsène Perroud, Stellenleiter des Vereins für Jugend und Freizeit, ist sehr zufrieden: «Der Dirtpark zeigt genau, was das Ziel der Jugendarbeit ist: Die Jugendlichen machen die Erfahrung, etwas selbstständig zu schaffen. Sie sollen erkennen, was es heisst, ein Projekt von Anfang bis zum Ende durchzuziehen.»

Der Dirtpark in Wohlen
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Der Dirtpark in Wohlen

Alles begann an der Jugendsession 2010, bei der die Wohler Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren ihre Anliegen zu Anträgen machen konnten. Davon war einer der Bau eines Dirtparks. «Wir waren froh, dass dieser Antrag realistisch war. Es gab auch schon solche à la Autofahren ab 16», sagte Huwiler und schmunzelte. So wurde der Dirtpark zum Siegerprojekt 2010 gewählt. «Es gab eine Mädchengruppe die «Dirtpark, Dirtpark» skandierte, es war gewaltig», erinnerte sich Huwiler. Der Park sei auch als Ort der Begegnung gedacht. Nicht nur die mutigen BMX-Fahrer sind also willkommen, auch andere dürfen sich gerne auf dem Dirtpark treffen.

Park erst im Frühjahr befahrbar

Der Dirtpark hat rund 40000 Franken gekostet. Fünftausend Franken wurden von der Gemeinde als Siegerprämie zur Verfügung gestellt, der Rest finanzierten verschiedene Sponsoren. «Ab heute kann jeder zum Dirtpark kommen und sich austoben», erklärte Baldelli. Der begeisterte BMX-Fahrer Lund-Jensen rechnet jedoch damit, dass man den Park erst ab nächstem Frühling richtig befahren kann: «Zum einen kann man bei Eis, Schnee und Regen nicht fahren, zum anderen ist eine «Line» noch nicht ganz fertig, über den Winter machen wir die dazu nötigen Schlussarbeiten.» Da der Dirtpark noch mehrheitlich braun ist, und so dem Wort «Dirt» in seinem Namen alle Ehre macht, wird zwischen den Fahrspuren Gras angesät und einige Bäume angepflanzt. «Das sind dann Arbeiten fürs Auge», ergänzte Baldelli.

Dirtpark gehört zu den grössten

Die Höhepunkte der Eröffnung waren für die drei Vorstandsmitglieder die Band «Black Feather», die am Abend mit ihrer Rockmusik auftrat. Ausserdem freuten sie sich über die goldene Schaufel mit dem Veloshop-Gutschein, die sie von Gemeinderat Paul Huwiler geschenkt bekamen. Im Frühling wird ein Saisoneröffnungsfest des Dirtparks stattfinden, bei der vor allem BMX- und Dirtparkfahrer aus der ganzen Schweiz eingeladen sind. «Die Leute aus der Szene sollen erfahren, dass wir hier in Wohlen einen der grössten Dirtparks der Schweiz haben», erklärte Florian Bruggisser. Er und seine Vorstands-Kollegen sind sich einig, dass sich die freiwillige Arbeit für den Dirtpark in jeder Hinsicht gelohnt hat.