Wohlen
Jugendliche sind massenweise über Rails gegrindet

Rechtzeitig zum Schulferienbeginn haben sich Jugendliche und junge Erwachsene im Skatepark Wohlen zu einem Wettbewerb in den Kategorien Bike, Inline, Skateboard und Scooter getroffen. 10-jährige Scooterfahrer und 26-jährige Biker zeigten ihr Können.

Robert Benz
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Ein Scooterfahrer springt über den kleinen Kicker im Skatepark Wohlen.
27 Bilder
Über den kleinen Kicker im Wohler Skatepark.
Scooterfahrer springt über den kleinen Kicker
Die Landung war sauber, versprochen.
Ein Scooterfahrer springt über den kleinen Kicker.
Scooterfahrer Jan Seiler (12) Er macht den "Superman", kleimmt also den Lenker nach dem Absprung zwischen die Beine und streckt die Arme von sich.
Jan Seiler (12)
Jan Seiler (12)
Skatepark Wohlen
Skatepark Wohlen
Die freundlichen BMXler von nebenan.
Konzentriert auf den nächsten Sprung, BMX-Fahrer
Pascal Lund-Jensen im Dirtpark.
Pascal Lund-Jensen im Dirtpark.
Grafitti und Skaten gehören zusammen.
Sprayer Raphael Fahrni alias "Hate186" aus Wohlen.
Skatepark Wohlen
Skate- und Bikeevent in Wohlen
Mit dem Skateboard über den kleinen Kicker.
Mit dem Skateboard über den kleinen Kicker.
Mit dem Skateboard über den kleinen Kicker.
Mit dem Dirtbike in der Halfpipe.
Mit dem Dirtbike in der Halfpipe.
Marco Steimen macht den Skatepark auf seinen Inline-Skates unsicher.
Die Organisatoren und Helfer des Skate- und Bikeevents in Wohlen von links: Marco Steimen, Florian Bruggisser, Fabian Stähli, Beni Schumacher, Luca Baldelli, Pascal Lund-Jensen. Rechts die beiden Sprayer Raphael Kehrli und Raphael Fahrni.
Organisatoren und Helfer des Skate- und Bikeevents in Wohlen von links: Fabian Stähli, Beni Schumacher, Luca Baldelli (Hauptverantwortlicher), Pascal Lund-Jensen.

Ein Scooterfahrer springt über den kleinen Kicker im Skatepark Wohlen.

Alexander Geml

Die Hobbys der Jugend verwirren ältere Semester gelegentlich. Ein erklärender Satz wie «und dann bin ich mit den Inlines übers Rail gegrindet» trägt nicht selten mehr zur Verwirrung denn zur Klärung bei (siehe Kasten rechts).

Am Samstag sind gleich dutzendweise Jugendliche im Wohler Skatepark über massenweise Rails gegrindet und haben reihenweise spektakuläre Sprünge gezeigt. Marco Wildi wagte mit dem Dirtbike gar den Rückwärtssalto über die kleine Schanze.

Skater-Vokabular für Einsteiger

Die Teilnehmer des Wohler Skate-Events haben einige Begriffe für die az-Leser in eigene Worte gefasst:
- Grinden? Mario: «Das Schleifen über Metallkanten.»
- Rail? Marc: «Ein längliches Hindernis zum drüberrutschen.»
- Buttercup? Jan: «Dieser Trick hier.» Jan bleibt stehen, wirbelt seinen Scooter wild durch die Luft und stoppt ihn mit dem Fuss.
- Streeten? Mario: «Du fährst einfach das, was gerade da ist.»

Urheber des Skater-Aufmarsches hinter dem Schwimmbad war Luca Baldelli. Für den Verein für Jugend und Freizeit (VJF) organisierte er und ein kleines Helferteam einen Wettbewerb in den Kategorien Scooter (Mini-Trottinett), Skateboard (Rollbrett), Inline-Skates (Rollschuhe) und Bike. Der meisten und jüngsten Teilnehmer erfreute sich die Kategorie Scooter – und die 10- bis 15-Jährigen Sportler haben schon erfreulich viel auf dem Kasten.

Superman Jan Seiler

Kreuz und quer flitzten die zehn Jungs jeweils zwei Minuten lang durch den Skatepark und legten einen Trick nach dem anderen aufs Betonparkett. Sehr beliebt: Rotieren lassen der Scooter-Standfläche, halbe und Viertel-Drehungen, «Superman» und «Buttercup». Letzterer ist der Lieblingstrick von Jan Seiler (12), einem der besten Fahrer am Wettbewerb. Bei seinen Tricks hielten die Zuschauer jeweils den Atem an, durften aber jedes Mal durchschnaufen– Seiler landete souverän. Gut 20 Minuten dauerte der Scooter-Durchgang, aber die Teilnehmer wollten mehr.

Schnurstracks steuerten sie nach dem letzten Trick das Jury-Pult an und fragten, ob es auch einen zweiten Durchgang geben werde. Es gab ihn – später.

Schliesslich wollten auch die BMX- und Dirtbikefahrer, die Skateboarder und Inliner auf ihre Rechnung kommen und vor aller Augen zeigen, was sie drauf haben.

Viele Fahrer sind regelmässige Benutzer des Wohler Skateparks. Dass aber gleich zirka 100 Personen auf der Anlage sind, darunter viele Eltern, Gäste, Freunde und Passanten, ist unüblich und bringt zusätzliche Motivation. Entscheidend für die Stimmung so eines Anlasses sind Musik, Verpflegung und das Drumherum.

Das wussten auch Baldelli und sein Team. Discjockeys legten die angesagte Musik auf, und Grillmeister Beni Schumacher vom VJF kümmerte sich um die Bar und das leibliche Wohl der Gäste und Teilnehmer. Kurzum: eine ideale Bühne für grosse Sprünge.

Ein Park ist gut, ein Plan wärs auch

Als einzige zeigten Fabian Stähli und Pascal Lund-Jensen auf den BMX-Velos ihr Können auch im Dirtpark, bevor sie zu den anderen Bikern in den Skatepark wechselten.

Die beiden hatten sich mit Marco Wildi zu messen. Der 26-jährige Dirtbikefahrer war der älteste und beste Teilnehmer am Contest. Seine Rückwärtssalti verlangten den anderen Teilnehmern Respekt ab. «Das braucht schon eine grosse Portion Mut und Überwindung», sagte sein jüngerer Kollege Nico Furrer. Wildi zu Furrer: «Das schaffst du auch irgendwann.»

Angesprochen auf die Qualität des Skate- und Dirtparks war der Tenor eindeutig: Die Jugendlichen finden es toll, gibt es die Parks, doch müsste der Skatepark nach zehn Jahren Gebrauch wieder einmal auf Vordermann gebracht werden. Flutlicht gibt es auch keines. Nach 20 Uhr ist deshalb nicht mehr ans Skaten zu denken.

Stellvertretend Inline-Skater Mario Steimen: «Es ist geil, dass es den Skatepark hier gibt, aber die Elemente sind ziemlich planlos angeordnet. Jetzt streeten wir mehr und machen das beste draus.» Sagt es, grinst und grindet über das nächste Rail davon.

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