Buttwil
Jugendliche erhalten eine Anlaufstelle gegen Mobbing, Gewalt und Konflikte

Buttwil befindet an der Gemeindeversammlung über die Einführung der Sozialarbeit in der Dorfschule. Prävention wird dabei gross geschrieben, ebenfalls die Schweigepflicht. Auch Lehrkräfte können sich Unterstützung holen.

Eddy Schambron
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Schulsozialarbeit in Buttwil bringt Vorteile, finden Schulsozialarbeiter Martin Schneider, Schulleiterin Brigitte Werder..

Schulsozialarbeit in Buttwil bringt Vorteile, finden Schulsozialarbeiter Martin Schneider, Schulleiterin Brigitte Werder..

ES

Schulsozialarbeit tut Kindern, Eltern und Lehrkräften gut. Davon sind Schulpflege und Schulleitung von Buttwil überzeugt. Und auch der Gemeinderat: Er beantragt deshalb der nächsten Gemeindeversammlung die Einführung der Schulsozialarbeit für zwei Jahre als Pilotprojekt.

Buttwil wird sich bei einem Ja der Stimmberechtigten dem Kompetenzzentrum Muri, das von Martin Schneider geführt wird, anschliessen. Dort decken schon neben Muri die Gemeinden Aristau, Boswil, Merenschwand und Mühlau ihre entsprechenden Bedürfnisse ab. Für die Gemeinde Buttwil sind für die zwei Jahre ein 20 Prozent-Pensum mit Kosten von 28 000 Franken pro Jahr vorgesehen.

Unkomplizierte Anlaufstelle

Schulsozialarbeit ermöglicht niederschwellige Beratungen für Jugendliche, Eltern, aber auch für Lehrkräfte bei Schwierigkeiten nicht nur in der Schule. «Wir sind eine unkomplizierte Anlaufstelle und regelmässig auch vor Ort», erklärt Stellenleiter Martin Schneider. «Wir wissen, was die Kinder beschäftigt, wir holen die Bedürfnisse der Lehrkräfte ab, wir kennen das Schulklima.»

Die Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter sind in erster Linie mit Themen wie Mobbing, Gewalt, Konflikten zwischen Gruppierungen und mit schwierigen familiären Verhältnissen konfrontiert. «Wir stärken Jugendliche darin, ihre Probleme zu lösen.»

Prävention wird gross geschrieben, die Schweigepflicht sowieso. Auch Lehrkräfte können sich Unterstützung holen, wenn sie mit Problemen anstehen. Und wenn weitere Hilfe nötig wird, können die Schulsozialarbeitenden dank ihrer Vernetzung schnell und unkompliziert die notwendigen Kontakte zu anderen Hilfe leistenden Stellen herstellen.

Bedürfnis erkannt

Verschiedene Vorkommnisse haben sowohl die Schulleiterin Brigitte Werder als auch die Schulpflege mit Beat Bachmann, Raïssa Gehrig und Monika Knutti bewogen, sich genauer mit der Schulsozialarbeit zu befassen. «Es ist ein Bedürfnis da», stellt Bachmann fest. Schule und Elternhaus hätten die Aufgabe, Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Durch den Wandel der Familienstrukturen habe sich der Anteil der Schule daran verstärkt. Buttwil bilde da keine Ausnahme, zumal neu die 6. Klasse dazukomme.

Rund 125 Schülerinnen und Schüler, den Kindergarten eingeschlossen, besuchen in Buttwil den Unterricht. «Die Schulsozialarbeitenden unterstützen uns in einem Bereich, für den die Lehrkräfte einerseits nicht zuständig, anderseits nicht entsprechend ausgebildet sind», unterstreicht Knutti. Aber sie nehme weder Schule noch Eltern aus ihrer Verantwortung. Vielmehr baut die Schulsozialarbeit Brücken zwischen Schule und Elternhaus, wie Gehrig unterstreicht. Nach der Pilotphase werden die gemachten Erfahrungen analysiert.