Sozialeinrichtung
Jugendfürsorgeverein nach heftigen Turbulenzen auf neuem Pfad

Der Jugendfürsorgeverein Bezirk Bremgarten hat eine Neuausrichtung mit neuer Rechtsform und neuem Finanzierungsmodell eingeleitet. Im Vorstand der Sozialeinrichtung kam es zu einigen personellen Veränderungen.

Lukas Schumacher
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Neu formierter Vorstand des Jugendfürsorgevereins (vorne von links): Rahel von Siebenthal, Clemens Hegglin, Robert Füglistaller; hinten Roman Lindenmann, Patrick Cimma und Kurt Studer. sl

Neu formierter Vorstand des Jugendfürsorgevereins (vorne von links): Rahel von Siebenthal, Clemens Hegglin, Robert Füglistaller; hinten Roman Lindenmann, Patrick Cimma und Kurt Studer. sl

Lukas Schumacher

Die Querelen und Wirrungen um den Jugendfürsorgeverein Bezirk Bremgarten sind am Abklingen.

An einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung nahmen die Vertreterinnen und Vertreter der 15 Einwohnergemeinden von einer ermutigenden Weichenstellung der über 150-jährigen Institution Kenntnis.

Gemeindeverband statt Verein

Anstelle des Jugendfürsorgevereins, der Dachorganisation der Jugend- und Familienberatung, soll ein Gemeindeverband mit Pflichten und Rechten treten. Dies schlägt eine fünfköpfige Arbeitsgruppe unter der Leitung von Clemens Hegglin (Villmergen) vor.

Laut Hegglin soll den grösseren Gemeinden des geplanten Verbands ein höheres Stimmrecht als den kleineren Gemeinden eingeräumt werden. Teil der Dachorganisation bleiben die Kirchgemeinden. Mit ihnen soll eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen werden.

Die neue Rechtsform unter der Bezeichnung «Gemeindeverband Jugend- und Familienberatung» samt den entworfenen Statuten sowie das neue Finanzierungskonzept sollen demnächst allen Mitgliedergemeinden zur Stellungnahme zugeschickt werden. Die Neuausrichtung soll Anfang 2015 greifen.

Fortan mit Verursacherprinz

Bisher wurde die Jugend- und Familienberatung grösstenteils durch jährliche Grundbeiträge der Gemeinden finanziert, die auf deren Finanzkraft und Einwohnerzahl fussten.

Unter dem Vorsitz von Kurt Studer (Niederwil) entwarf eine Arbeitsgruppe ein neues Finanzierungskonzept, das Raymond Tellenbach (Bremgarten) an der Versammlung vorstellte.

Im neuen Modell wird das Verursacherprinzip stark gewichtet. So soll eine Fallpauschale eingeführt werden, worunter man eine Kostenberechnung anhand der Anzahl Fälle und Mandate je Gemeinde versteht.

Per Fallpauschale soll die Jugend- und Familienberatung fortan zu 70 Prozent finanziert werden.

Die jährlichen Basisbeiträge der Gemeinden will man stark zurückfahren, sodass sie nur noch einen Finanzierungsrad von 25,5 Prozent erreichen. Jährliche Sockelbeiträge der Kirchgemeinden von 4,5 Prozent runden das neue Modell ab.

Vorstand neu formiert

An der Versammlung traten Präsidentin Jeannette Egli (Bremgarten) sowie die Vorstandsmitglieder Valentino Benvenutti (Niederwil) und Evi Pfister (Fischbach-Göslikon) zurück.

Sie wurden für ihren grossen Einsatz kurz geehrt und beschenkt. Neu in den Vorstand sind die reformierte Pfarrerin Rahel von Siebenthal (Bremgarten) und der frühere Sarmenstorfer Gemeindeammann Roman Lindemann gewählt worden.

Im neu formierten, in globo gewählten sechsköpfigen Vorstand übernimmt Patrick Cimma (Zufikon) das Präsidium interimistisch. An der Mitgliederversammlung im Juni 2014 will Cimma das Präsidentenamt wieder abgeben. Im Juni möchte Vorstandsmitglied Kurt Studer (Niederwil) zurücktreten, und Ende 2014 will auch Robert Füglistaller (Rudolfstetten) den Vorstand verlassen.

Nebst der eingeleiteten Neuausrichtung braucht es in Bälde also auch weitere neue, profilierte Köpfe an der Spitze dieser Sozialeinrichtung.