Bremgarten

Jugendarbeiter sticht in See: Der 57-Jährige geht mit einem Segelschiff auf Weltreise

Fünf Jahre war Jugendarbeiter Franz Abächerli im Jugendtreff Bremgarten tätig.

Fünf Jahre war Jugendarbeiter Franz Abächerli im Jugendtreff Bremgarten tätig.

Franz Abächerli hat die Offene Jugendarbeit Bremgarten seit Beginn geprägt. Nun hat der 57-Jährige nach fünf Jahren seine Stelle gekündigt. Auf einem Segelschiff will er auf Weltreise gehen. Wie lange und wohin er reisen wird, steht derzeit noch nicht fest.

In diesen Tagen stellt sich das Leben von Franz Abächerli komplett auf den Kopf. Der Jugendarbeiter hat seine Stelle bei der Offenen Jugendarbeit Bremgarten per Ende Juni aufgegeben. Der 57-Jährige war seit deren Einführung vor fünf Jahren Teil eines zweiköpfigen Teams. Eine neue Arbeitsstelle hat der ausgebildete soziokulturelle Animator aber nicht. Abächerli sticht stattdessen im Juli in See.

«Ich werde auf einem Segelschiff auf Weltreise gehen. Wie lange, ist völlig offen», sagt er. Gegeben ist einzig der Startort in Holland. Danach muss Abächerli schauen, welche Routen am sinnvollsten sind. «Es hängt davon ab, wo und unter welchen Bedingungen ich unterwegs wegen der Coronapandemie überhaupt einreisen darf», blickt er auf die kommenden Monate.

Jeder Sechstklässler hat heute ein Handy

Gewiss wird sich Franz Abächerli weit draussen auf dem Ozean in ruhigen Momenten an seine fünf Jahre in Bremgarten erinnern. Er hat die ganze Entwicklung der Offenen Jugendarbeit, mit der die Stadt Bremgarten den Wohler Verein für Jugend und Freizeit im Mandat beauftragt hat, miterlebt. «Das Konzept hat sich etabliert», erklärt Abächerli. Im Schnitt würden je nach Jahreszeit zwischen 30 und 50 Jugendliche den Jugendtreff im Parterre des Reussbrückesaals aufsuchen. Der Treff ist jeweils am Mittwochnachmittag und Freitagabend geöffnet.

Im Umgang mit den Jugendlichen, die in der Altersspanne zwischen 13 und 19 Jahren liegen, hat Abächerli vor allem eine Veränderung bemerkt. «Im Laufe der Zeit ist das Smartphone immer wichtiger geworden. Vor fünf Jahren gab es noch vereinzelte Oberstufenschüler ohne ein Smartphone. Das ist vorbei. Heute haben schon alle Sechstklässler bereits ein Handy», sagt Abächerli.

Als eines der Kommunikationsmittel nutzt die Jugendarbeit speziell Instagram. Denn: «Facebook ist bei den Jungen nur noch etwas für Erwachsene», erklärt der erfahrene Jugendarbeiter. In der täglichen Arbeit bemerkte er wenig Unterschiede zu früher. «In der Jugendarbeit sind die Grundthemen seit Jahrzehnten dieselben. Mobbing existierte auch früher schon, nur findet es heute mit anderen Mitteln beispielsweise über soziale Medien, statt», betont Abächerli.

Als Nachfolger übernimmt Marino Galli

Mit den Jugendlichen hat er stets ein gutes, respektvolles Verhältnis gehabt. Es habe einige gegeben, die auch mit 18 noch ab uns zu beim Treff vorbei geschaut hätten und die schon als Sechstklässler kamen. «Das ist ein schönes Zeichen», sagt Abächerli, der immer ein offenes Ohr für Anliegen gehabt hat. Verantwortlich für den positiven Umgang ist seiner Meinung nach das breite Angebot. Nebst dem Treff bietet die Jugendarbeit Bremgarten unter anderen auch regelmässige Aktivitäten wie die monatliche Sports Night in der Turnhalle Isenlauf, oder einen «Girls Only»-Anlass.

Trotz des Abgangs von Franz Abächerli bleibt die Bremgarter Jugendarbeit im gewohnten Rahmen erhalten. Als Nachfolger Abächerlis übernimmt ab August Marino Galli. Ergänzt wird das Team durch Jugendarbeiterin Nina Greder und Praktikantin Anaïs Gärtner.

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