Bremgarten

Jugendarbeit: Wohlen und Münchenbuchsee steigen ins Rennen

13- bis 19-Jährige sollen von der offenen Jugendarbeit profitieren.

13- bis 19-Jährige sollen von der offenen Jugendarbeit profitieren.

Die zweite Ausschreibungsrunde für die offene Jugendarbeit läuft. Ein Duell bahnt sich an. Den Auftrag wollen der Wohler Verein für Jugend und Freizeit sowie der Verein Jugendwerk aus Münchenbuchsee ergattern.

Im Rathaus Bremgarten sind noch keine Angebote von Jugendarbeitsorganisationen eingetroffen. Das wird sich ändern. Mindestens zwei Anbieter werden sich bewerben. Beide machten schon in der für ungültig erklärten ersten Runde mit.

«Wir kommen nochmals», bestätigt Arsène Perroud, der Geschäftsführer des Wohler Vereins für Jugend und Freizeit (VJF). Geschäftsführer Perroud streicht sowohl die geografische Nähe zu Bremgarten hervor als auch die Jugendarbeitsmandate des VJF in unmittelbarer Nähe des Reussstädtchens, in Zufikon und der Bremgarter Nachbarregion Kelleramt.

Zweite Zusage und Verzicht

«Wir wollen es nochmals wissen», gibt Reto Blaser vom Verein Jugendwerk aus Münchenbuchsee zu verstehen. Das formelle Einverständnis des Vereinsvorstands fehle zwar noch, werde aber bald erfolgen. Nicht mehr mitmachen wird das Projektmanagement Thomas Zehnder aus Baar. «Die zweite Runde findet ohne uns statt», teilt Thomas Zehnder mit. Entgegen seinen Erwartungen habe ihn die Jugendkommission Bremgarten nicht ermuntert, an Runde zwei teilzunehmen. Daher lasse er es bleiben.

Thomas Zehnder reichte seinerzeit beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein und bewirkte dadurch die zweite Ausschreibungsrunde. Zehnder setzte ein dickes Fragezeichen hinter den Zuschlag des Stadtrats Bremgarten. Die Stadtbehörde hatte sich für den Verein aus Münchenbuchsee und gegen den Wohler Verein entschieden, was auch in Bremgarten Diskussionen und Proteste auslöste, da sich die Jugendkommission einstimmig für den Wohler Verein ausgesprochen hatte.

Am kantonalen Verwaltungsgericht stach Zehnders Hauptargument indes nicht. Er hatte ins Feld geführt, die Offerte des Jugendwerks Münchenbuchsee halte das vorgegebene Konzept gar nicht ein und sei daher die kostengünstigste Lösung. Die Richter traten nicht darauf ein. Sie pfiffen den Stadtrat dennoch zurück. Das gewählte Einladungsverfahren für die Übernahme der offenen Jugendarbeit genüge nicht, es brauche zwingend eine öffentliche Ausschreibung, urteilte das Verwaltungsgericht.

Entscheid fällt am 20. April

Die verlangte öffentliche Ausschreibung wurde programmgemäss publiziert. Diese zweite Runde kostet Bremgarten mehrere 1000 Franken. Zum einen musste die Stadtbehörde sachliche Unterstützung von der Fachhochschule Nordwestschweiz in Anspruch nehmen, um die Ausschreibung mit den Bewertungs- und Zuschlagkriterien sauber aufzulisten. Zum zweiten musste ein Jurist die rechtlich-formellen Aspekte der Ausschreibung überprüfen.

Im Sog der Neuausschreibung rückte der Zeitplan nach hinten. Am 20. April wird der Stadtrat nun die öffentliche Jugendarbeit vergeben, nach vorgängiger Bewertung durch die Jugendkommission und das involvierte Team der Fachhochschule Nordwestschweiz. Definitiv anlaufen soll die offene Jugendarbeit am 1. August dieses Jahres.

Die Pilotphase dauert knapp drei Jahre, genauer 33 Monate. Ende April 2018 läuft diese Testphase ab. Ende Dezember 2017 werden die Städtchenbewohner über die definitive Einführung der offenen Jugendarbeit abstimmen.

Die Gesamtkosten der Pilotphase, die vom Kanton unterstützt wird, betragen rund 445 000 Franken.

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