Jugendarbeit

Jugendarbeit: Bremgarten erteilt Wohler Verein einen Korb

Jugendliche an der Reuss in Bremgarten gehören zur Klientel der offenen, aufsuchenden Jugendarbeit. (Archiv)

Jugendliche an der Reuss in Bremgarten gehören zur Klientel der offenen, aufsuchenden Jugendarbeit. (Archiv)

Das Reussstädtchen vergibt den Auftrag zur Jugendarbeit nach Münchenbuchsee. Die Jugendkommission, die eine Empfehlung abgeben durfte, hatte sich für das den Verein Jugend- und Freizeit Wohlen ausgesprochen – der Stadtrat hat sich anders entschieden.

Zwei Organisationen waren in der engeren Auswahl, um zukünftig den Leistungsauftrag für die offene Jugendarbeit in Bremgarten zu übernehmen: der Verein Jugend und Freizeit Wohlen (VJF) und der Verein Jugendwerk aus Münchenbuchse (BE). Heute Mittwoch teilte der Stadtrat Bremgarten mit, dass man sich für den Verein Jugendwerk entschieden habe.

Vorläufig drei Jahre

Die Einführung der offenen Jugendarbeit ist seit der Wintergmeind 2013 beschlossene Sache. Die Stimmbürger genehmigten das Konzept für drei Testjahre und damit einen Bruttokredit über 445 000 Franken. Auf der Suche nach einer professionellen Organisation wurden viele Jugendarbeiten angefragt, die meisten sagten von vornherein ab. Schliesslich wurden fünf Organisationen schriftlich angefragt, davon haben zwei abgesagt, drei Angebote lagen auf dem Tisch. Laut Stadtammann Raymond Tellenbach sei ein Angebot abgefallen, der VJF und das Jugendwerk wurden zu Präsentationen eingeladen.

Da konnte der Verein Jugendwerk den Stadtrat mehr überzeugen. Dies, obwohl die Jugendkommission, die ebenfalls an den Präsentationen teilgenommen hat, das Angebot aus Wohlen priorisierte. «Wir sind uns bewusst, dass wir damit keine Freude bei der Jugendkommission ausgelöst haben», sagt Tellenbach. Man habe sich aber lange und ernsthaft mit den Angeboten auseinandergesetzt.

Jüngere Zielgruppe

Hauptgrund, dass man sich für die Berner und nicht für das naheliegende Wohlen entschieden habe, ist laut Tellenbach die Zielgruppe: «Der Verein Jugendwerk zielt auf eine jüngere Alterskategorie. Er versucht, die Jugendlichen sehr früh abzuholen und sie in Projekte einzubinden.» Davon verspreche man sich mehr Erfolg. «Wenn die Jugendlichen nicht früh dabei sind, sind sie weg.»

Der VJF habe seinen Fokus eher auf die Beratung gelegt. Zudem habe sich der VJF mehr im theoretischen Bereich bewegt, die Präsentation vom Jugendwerk sei praxisnäher gewesen. «Wir bringen damit auch einen neuen Player ins Spiel», so Tellenbach. Er hofft, dass es zu einer übergreifenden Arbeit kommt und so auch neue Ideen entstehen: «Eigentlich ist die Jugendarbeit eine zentrumsübergreifende Aufgabe.» Auf die Frage, ob eine zentrumsübergreifende Lösung nicht eher für Wohlen spreche, das schon in etlichen umliegenden Gemeinden Mandate ausübt, sagt der Stadtammann: «Das kann man so sehen. Wir hätten vom VJF auch erwartet, dass die regionale Zusammenarbeit mehr im Fokus steht, darauf wurde aber zuwenig eingegangen.»

Kosten kein Argument

Das Angebot aus Münchenbuchsee war schliesslich auch günstiger. Das habe aber nicht den Ausschlag gegeben, so Tellenbach: «Die Offerten liegen nur etwa 10 000 Franken auseinander.» Reto Blaser, der den Verein Jugendwerk vorstellte, habe aber viel Begeisterung ausgestrahlt. Ebenfalls wichtig: Gute Referenzen. «Das Jugendwerk arbeitet bereits mit etwa zehn Gemeinden, die sind sehr zufrieden», so Tellenbach.

Gegen den Entschluss des Stadtrats kann in den nächsten zehn Tagen Beschwerde eingereicht werden. Der VJF Wohlen wollte sich zum Entscheid noch nicht äussern: «Wir werden zuerst zusammensitzen und die Gründe analysieren, bevor wir allenfalls Stellung nehmen», so Arsène Perroud, Geschäftsführer beim VJF.

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