Jonen
Verkehrsverlagerung befürchtet: Einsprache gegen die geplante Begegnungszone mit Tempo 20

In Jonen möchte der Gemeinderat im Zentrum eine Begegnungszone mit Tempo 20 einrichten. In der Auflagefrist sind zwei Einsprachen eingegangen. Gleichzeitig ist in einem anderen Dorfteil eine Petition für eine neue Tempo-30-Zone eingereicht worden.

Marc Ribolla
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Hier an der Dorfstrasse im Bereich der Volg-Überbauung soll eine Begegnungszone mit Tempo 20 entstehen.

Hier an der Dorfstrasse im Bereich der Volg-Überbauung soll eine Begegnungszone mit Tempo 20 entstehen.

Melanie Burgener (7.9.2021)

Im Joner Dorfzentrum herrscht reichlich Bewegung. Vor allem das Gebiet um die Dorfstrasse im Bereich zwischen Staldenstrasse und Lettenstrasse hat sich in den letzten Jahren unter anderem mit der neuen «Volg-Überbauung» entwickelt. Ausserdem wird auch das Projekt «Areal Gasthof Kreuz» eine spürbare Veränderung bringen.

Aus diesem Grund beabsichtigt der Joner Gemeinderat einen Teil der Dorfstrasse sowie den Kreuzmattweg und den Friedhofweg in eine Begegnungszone mit Tempo 20 umzuwandeln. So soll besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Verkehrsteilnehmenden in jenem Bereich eingegangen und vor allem die Sicherheit der Fussgängerinnen und Fussgänger wie zum Beispiel ältere Personen oder Schulkinder verbessert werden.

Weiter heisst es in einem Gutachten der Zürcher Firma SNZ Ingenieure und Planer:

«Ebenso soll die Zentrumsfunktion der Dorfstrasse akzentuiert werden, damit das Einkaufen attraktiver gestaltet und das aktive Dorfleben unterstützt werden kann.»

Die geplante Begegnungszone hätte drei Einfallsachsen: Dorfstrasse Ost, Dorfstrasse West und Friedhofweg. Innerhalb dieses Gebiets bestehen schon verschiedene verkehrsberuhigende Massnahmen wie Rechtsvortritt und eine schmale Fahrbahn.

Als zusätzliche Massnahmen empfehlen die Gutachter nebst der Signalisation der Begegnungszone mit Tempo 20 eine Einfärbung der Fahrbahnoberfläche an den Eingängen. Die Kosten werden auf rund 20'000 Franken geschätzt.

Bei der Einfahrt in die Dorfstrasse im Bereich der Staldenstrasse wäre eine eingefärbte Fahrbahn und Signalisationstafeln der Begegnungszone vorgesehen.

Bei der Einfahrt in die Dorfstrasse im Bereich der Staldenstrasse wäre eine eingefärbte Fahrbahn und Signalisationstafeln der Begegnungszone vorgesehen.

Melanie Burgener (7.9.2021)

Die öffentliche Ausschreibung der Begegnungszone ist kürzlich abgelaufen. Auf AZ-Anfrage erklärt Jonens Gemeindeschreiber Lorenz Staubli, dass in der Frist zwei Einsprachen eingegangen sind. Er sagt: «Eine Einspracheverhandlung fand bereits statt, die zweite ist auf Mitte Oktober angesetzt.» Es handle sich vor allem um Bürgerinnen und Bürger, die befürchten, dass sich der Verkehr in andere Quartiere verlagern könnte.

Flächendeckend Tempo 30 wurde 2010 an der Urne abgelehnt

Unabhängig von der geplanten Begegnungszone wird auch in anderen Joner Quartieren eine Verkehrsberuhigung angestrebt. Kürzlich haben knapp 50 Anwohnerinnen und Anwohner dem Gemeinderat eine Petition zur Einführung einer Tempo-30-Zone im Gebiet Radmühle-, Pfäfflerstrasse und im Urnerweg eingereicht.

Als Begründung führen die Petitionäre das gesteigerte Verkehrsaufkommen an, welches gerade in jenen schulnahen Quartieren mit Spiel- und Sportplatz auch Gefahren in sich berge und zusätzlichen Lärm verursache.

Der Gemeinderat hat gemäss Auskunft der Verwaltung die Petition an einer Sitzung behandelt. Er erklärt sich bereit, eine Einführung von Tempo-30-Zonen in Teilgebieten Jonens mit den grössten Gefahrenpotenzialen zu prüfen. In Teilgebieten deshalb, weil die flächendeckende Einführung vom Stimmvolk im Jahr 2010 an der Urne abgelehnt worden war.

Doch der Gemeinderat zeigt sich ebenfalls offen, auch weitere Quartiere in die Planung ebensolcher temporeduzierter Zonen mit einzubeziehen. Falls von dort auch diesbezüglich breit abgestützte Begehren vorgebracht werden. Nächstes Jahr soll dann eine Auslegeordnung vorgenommen und über die weiteren Schritte beraten werden.

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