Entwässerung

Jonen und Ottenbach arbeiten bei Kläranlage über Kantonsgrenze zusammen

Per Handgriff: Die Gemeinderäte Fritz Schumacher aus Ottenbach (rechts) und Dieter Brodbeck aus Jonen eröffnen das Entwässerungswerk; links Bauleiter Max Frei, daneben Verbandspräsident Toni Burkart. sl

Per Handgriff: Die Gemeinderäte Fritz Schumacher aus Ottenbach (rechts) und Dieter Brodbeck aus Jonen eröffnen das Entwässerungswerk; links Bauleiter Max Frei, daneben Verbandspräsident Toni Burkart. sl

Die zwei Nachbargemeinden Ottenbach (ZH) und Jonen (AG) sind jetzt mit der Kläranlage Kelleramt verbunden. Die aufwendige, von langer Hand geplante und jetzt in Betrieb genommene Anschlusslösung kostet beide Gemeinden je rund sechs Mio. Franken.

Am späten Dienstagnachmittag ist die veraltete kleine Kläranlage der beiden Gemeinden Jonen und Ottenbach ausgemustert worden.

Stattdessen nahm man nach anderthalbjähriger Bauzeit ein neues Pumpwerk samt einer vier Kilometer langen Druckleitung hinunter zur Kläranlage Kelleramt in Betrieb. Dort, auf der grossen Anlage an der Reuss in Unterlunkhofen, wird jetzt also auch das Abwasser aus Jonen und Ottenbach gereinigt, nebst dem Schmutzwasser der sechs Gemeinden Arni, Islisberg, Oberlunkhofen, Oberwil-Lieli, Rottenschwil und Unterlunkhofen.

Am Eröffnungsakt des neuen Entwässerungswerks nahmen 15 Personen teil..

«Verfrühtes Weihnachtsgeschenk»

Toni Burkart, der Präsident des Abwasserverbands Kelleramt, sprach von einem «verfrühten Weihnachtsgeschenk für die zwei beteiligten Gemeinden» und von «einem Meilenstein in der 50-jährigen Geschichte des Abwasserverbands Kelleramt.»

Die neue Entwässerungslösung sei zukunftsgerichtet, sie mache aus wirtschaftlichen und betrieblichen Gründen Sinn.

Der Einbau der Druckleitung aus Kunststoffrohren mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern, die neuen Pumpen und die Steuerung waren Teile der einen Bauetappe.

Die zweite Bauetappe galt der Erweiterung der Kläranlage Kelleramt, die durch den Anschluss von Jonen und Ottenbach um rund 40 % vergrössert werden musste.

Fortan kann die Anlage Kelleramt die Abwässer von 20 000 Einwohner reinigen. Laut Burkart reicht diese Kapazität für die nächsten 15 Jahre aus.

Zwei Kantone und 12 Mio. Franken

Das Entwässerungsprojekt hat kantonsübergreifenden Charakter, da Ottenbach bekanntlich im Kanton Zürich und Jonen im Aargau liegt.

Folglich braucht es einen Staatsvertrag für die gemeinsame Entwässerungslösung. Offenbar mahlen die Mühlen in Zürich sehr gemächlich. Während der Kanton Aargau den Staatsvertrag und die neuen Verbandssatzungen schon im März 2012 unterzeichnet hatte, brachte dies der Kanton Zürich bis heute nicht fertig.

Sämtliche Anschluss- und Ausbaukosten im Gesamtbetrag von rund 12 Millionen Franken müssen die zwei Gemeinden Jonen und Ottenbach tragen. Der Kostenvoranschlag könne voraussichtlich eingehalten werden, hiess es beim Eröffnungsakt am Dienstag in Jonen.

Ein zünftiges Einweihungsfest samt einem «Tag der offenen Türe» in Unterlunkhofen und Jonen soll am Samstag, 10. Mai 2014 steigen.

Bis dann hat man bestimmt die diversen Finisharbeiten, die noch zu verrichten sind, fertiggestellt.

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