Merenschwand

Jonas Gross bekommt den Kleinen Prix Walo

Jonas Gross

Jonas Gross

Grosse Ehre für den Merenschwander Jonas Gross: Am 4. Dezember ist der 15-jährige Panflötist als «Special Act» ausgezeichnet worden. Er selbst kann es immer noch kaum fassen.

«Und der Gewinner ist Jonas Gross», hiess es am Sonntag im Wydehof in Birr, als der Kleine Prix Walo für den Special Act verliehen wurde. «Alle starrten mich an und klatschten. Nur ich selber merkte als Allerletzter, dass das ja mein Name war», erinnert sich der Merenschwander kopfschüttelnd.

Jonas Gross, der 15-Jährige, der seit acht Jahren Panflöte spielt, hat es geschafft, er hat mit seiner Performance den Kleinen Prix Walo ergattert. «Ich kann es noch immer kaum fassen», lacht er.

Idee aus dem Urlaub

Auf die Panflöte kam der junge Musiker im Italienurlaub vor knapp zehn Jahren. «Ein Peruaner spielte auf dem Markt Gitarre und Panflöte. Das hat mich so fasziniert, dass ich auch Panflöte spielen wollte», erinnert er sich. «Weil es das an der Musikschule Merenschwand aber noch nicht gab, habe ich mit Keyboard begonnen, aber wegen meiner zwei linken Hände bald wieder aufgehört.» Durch die Mutter eines Freundes, deren Chorleiterin Panflötenunterricht anbot, klappte sein Vorhaben dann doch noch – er kam zu seiner Panflöte.

Wegen der Panflöte ausgelacht

In der Bezirksschule wurde der begeisterte Panflötist wegen seines Instruments ausgelacht. «Sie sagten, ich soll mit dem schwulen Instrument aufhören, aber richtige Argumente hatten sie keine», berichtet er. «Ich hab nicht darauf geachtet, denn ich wollte weiterspielen.» 

Ausschnitt aus «Gefühle der Nacht» von Jonas Gross

Ausschnitt aus «Gefühle der Nacht» von Jonas Gross

Diesen Sommer hat er nun mit der Ausbildung zum Fachmann Information und Dokumentation – «einer Mischung aus Bibliothekar und Archivar» – in Zürich begonnen. In der Berufsschule wird er nicht mehr ausgelacht, im Gegenteil: «Einige meiner Klassenkollegen haben mich ans Finale begleitet», erzählt er begeistert.

Strassenmusik und Talentshows

In den Sommerferien hat sich der junge Freiämter erstmals als Strassenmusiker in Zug versucht. «Dort habe ich alles erlebt: von Leuten, die freudig stehen blieben, um mir zuzuhören, und mir Geld in den Hut warfen, bis zu solchen, die mich wegjagen wollten. Dabei habe ich immer nur dort gespielt, wo es auch erlaubt ist», erzählt Jonas Gross. Diese Erfahrung hat ihm viel gebracht, sagt er.

Abgesehen davon hat er aber auch schon dreimal für TV-Castingshows vorgespielt. Vor einem Jahr schaffte er es bei den «Grössten Schweizer Talenten» knapp nicht in die zweite Runde, weiss er noch. Danach bewarb er sich beim deutschen Pendant, dem «Supertalent» in Karlsruhe. «Dort kam ich von 350 Bewerbern unter die ersten 15», weiter reichte es dann aber nicht mehr. Beim zweiten Anlauf bei den «Grössten Schweizer Talenten» wollten sie ihn von Anfang an nicht haben. «Das hat mir schon einen Dämpfer verpasst, aber das Wort ‹aufgeben› gehört einfach nicht zu meinem Wortschatz», gibt er sich selbstbewusst.

Kaelin war begeistert

Vom Kleinen Prix Walo hat er etwas spät erfahren. «Ich habe in der Zeitung von Freunden gelesen, die sich mit ihrer Band für den Preis beworben haben, da fand ich, ich könnte auch mitmachen», erinnert er sich. «Aber die Anmeldefrist lief genau an dem Tag ab.» Telefonisch erkundigte er sich bei Organisatorin Monika Kaelin, ob er doch noch mitmachen könne. Kaelin schaute sich einen seiner Clips im Internet an. «Sie war anscheinend begeistert, denn sie setzte mich gleich auf die Teilnehmerliste.» Die Vorausscheidung überstand er zwar nur als Wackelkandidat. Doch heute ist er stolz auf seinen Kleinen Prix
Walo.

Jonas Gross live: 10. Dezember, 13.30, Restaurant Lindenblüte, Muri. Infos unter www.jonasgross.com

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